Paket-Masche: "Das Paket können wir leider nicht zustellen, die Adresse ist unvollständig." Wer eine solche Aussage am Telefon hört, sollte sich nicht täuschen lassen. "Geben Sie auf keinen Fall Ihre Anschrift oder andere Daten am Telefon preis", warnt Anne-Katrin Wiesemann von der Verbraucherzentrale Sachsen. Denn wahrscheinlich rufen da gerade Betrüger an. Im Anschluss schicken sie dann eine hohe Rechnung an die genannte Anschrift. "Nach unserer Auffassung ist diese Betrugsmasche besonders arglistig." Bei Paketdiensten sei eine telefonische Abfrage der Adresse nicht üblich. Sollten Daten wirklich fehlen, geht das Paket an den Absender zurück. Dieser kann die Angaben vervollständigen und das Paket erneut verschicken.

Spoofing: Auch auf die Anzeige in ihrem Telefon können sich Opfer von Betrügern nicht verlassen. "Spoofing" heißt das Phänomen, das derzeit bundesweit die Polizei beschäftigt. Dabei wird bei einer Rufnummernanzeige des angerufenen Telefons anstelle der Originalrufnummer des Anrufers eine frei wählbare Identifikationsinformation angezeigt. Ein Beispielfall aus Niedersachsen: Ein Renter erhält einen Anruf vom Amtsgericht, im Telefondisplay sieht er die tatsächliche Nummer des Gerichts. Der Anrufer fordert angeblich ausstehende Datenschutzgebühren. Der Rentner legt auf. Kurz darauf ruft ihn ein angeblicher Polizist an, auch dieser scheinbar mit der Nummer der lokalen Polizeiwache. Der Polizist fordert den Rentner auf, mit der Justiz zu kooperieren und stellt gezielt Fragen nach Daten des Rentners. Darauf erneut ein Anruf, wieder gefälscht, diesmal vom Landgericht Brandenburg, das angeblich den Fall jetzt bearbeite. Zum Glück blieb der Rentner in diesem Fall aufmerksam und informierte die echte Polizei, die seitdem ermittelt.

Love-Scamming: Auch auf Inernetportalen für Singles treiben sich Betrüger herum. Eine kurze Online-Einladung zum Chat dient vielen als Erstkontakt. Um sich beim potenziellen Opfer interessant zu machen, legen sich die Scammer ungewöhnliche Lebensgeschichten zu und hinterlassen immer einen seriösen Eindruck. Ohne ein einziges Treffen schaffen es die Betrüger, sich im täglichen Leben ihrer Opfer unverzichtbar zu machen. Oft werden Geschichten über verstorbene Ehepartner und Kinder aufgetischt. Wenn die Scammer nicht schon dort sind, dann müssen sie dringend geschäftlich oder aus familiären Gründen nach Westafrika. Doch bevor oder kurz nachdem das Ticket nach Deutschland gebucht wird, gibt es Schwierigkeiten: Überfälle, gestohlene oder konfiszierte Pässe, ein Krankenhausaufenthalt nach einem Autounfall oder Probleme mit Kreditkarten. Die Opfer werden gebeten, per Bargeldtransfer Geld zu senden. Zurzeit haben es die Betrüger vor allem auf ausländische Ausweispapiere abgesehen. Sehr begehrt sind auch Einladungen nach Deutschland als Unterstützung für einen Visumsantrag.

Rauchmelder-Trick: Vorsicht ist geboten, wenn angebliche Kontrolleure von Feuerwehren und Hilfsdiensten plötzlich an der Haustür klingeln, um die fachgerechte Installation von Rauchmeldern im Haus zu überprüfen. Denn in Deutschland gibt es in keinem Bundesland staatliche Rauchmelderkontrolleure. Erst kürzlich meldete das Polizeipräsidium Brandenburg, dass in Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) ein angeblicher Mitarbeiter des Malteser-Hilfsdienstes unterwegs war, der unter diesem Vorwand an mehreren Häusern klingelte, um Zutritt zu erhalten. Die Polizei vermutet, dass eine Straftat vorbereitet werden sollte und mahnt zur Vorsicht.