Radtke rät in diesem Zusammenhang von pauschalen Anfangstilgungen ab. Eine allgemein gültige Tilgungshöhe gebe es nicht. "Sie ist immer von den finanziellen Verhältnissen, den Wünschen des Darlehensnehmers und dem Bauzinsniveau abhängig", sagt Radtke. Grundsätzlich gelte, dass bei Bauzinsen von unter fünf Prozent eine Tilgungsrate gewählt werden sollte, die ein Prozent übersteigt. So behalte der Bauherr einen besseren Überblick über die Laufzeit der Baufinanzierung.
Die Tilgungsrate sollte auch wieder nicht zu hoch sein, damit der bisherige Lebensstandard nicht gefährdet wird oder im Notfall Geld für unvorhergesehene Ausgaben vorhanden ist. Gleichzeitig sollte die Tilgung so hoch gewählt werden, dass der Darlehensnehmer bei der Restschuld zur Anschlussfinanzierung keine Probleme bekommt.
Entscheidet sich der Kreditnehmer zum Beispiel für die lange Zeit propagierte Standardtilgung von einem Prozent, obwohl er problemlos zwei Prozent tilgen könnte, zahlt er bei einem 150 000-Euro-Darlehen binnen zehn Jahren 3900 Euro mehr für Zinsen als notwendig.
Laut Radtke werden seit zwei Jahren verstärkt Tilgungswechsel angeboten, die es erlauben, die Tilgung bis zu zwei Mal während der Kreditlaufzeit den finanziellen Verhältnissen anzupassen. In vielen Fällen wird der Service kostenlos angeboten.
(ddp.djn/sh)