Claudia Weger, die Leiterin der Kita "Spatzennest" in Herzberg, gehörte seinerzeit mit ihrem und dem Team der Kita "Sonnenblume" in Falkenberg zu den Pionieren, die das Projekt mit Leben erfüllten. Heute ist sie nach wie vor überzeugt davon, dass es Positives bewirkt und unbedingt weitergeführt werden müsse. Schon in der nächsten Woche stehen bei ihr zwei Elternkurse ins Haus, für die Vorschulkinder folgt bald darauf ein weiterer Kurs. Und es werden bereits die Eltern von 4-bis 5-Jährigen zum Mitmachen eingeladen. "Es ist eine Freude zu erleben, wie sich Eltern so positiv über die Erziehung ihrer Kinder austauschen können", sagt Claudia Weger.

Acht ihrer insgesamt 13 Erzieherinnen haben im Verlaufe des Pilotprojektes eine Fortbildung absolviert, um danach ihre Erkenntnisse an die Eltern weiterzugeben. Im Mittelpunkt stehen die Vermittlung von Werten und die Gewaltprävention durch das Training eines fairen Umgangs miteinander.

"Sicher erreichen wir nicht jeden, aber doch eine Reihe von Eltern. Für Alleinerziehende wollen wir eventuell am Nachmittag einen Kurs anbieten", erzählt die Kita-Chefin. Sie begrüßt das Signal, das von der jüngsten Sitzung des Kreistages am Montag in Falkenberg ausgegangen ist, das Projekt zu einem Dauerprojekt zu machen. "Allein die Materialien, die wir für die Eltern bekommen haben und die Fortbildung waren sehr wertvoll für uns", hofft Claudia Weger auf Kontinuität.

Wertevermittlung

Peter Hans, Erster Beigeordneter des Landkreises und Vorsitzender des Kreispräventionsrates, betonte, wie wichtig eine systematische und nachhaltige Wertevermittlung und die Gewaltprävention vom frühkindlichen Alter bis in die Schulzeit hinein sind.

Ehrgeiziges Ziel

Seit Beginn des Jahres 2013 wird "Fair Miteinander" in der Hoheit des Bildungsbüros des Landkreises fortgesetzt, Sebastian Hilbert hat den Hut auf. Er stellte sich den Kreistagsabgeordneten mit dem ehrgeizigen Ziel vor, 80 Prozent der Kindereinrichtungen zu erreichen und über ein Bildungsmonitoring die Qualität der Arbeit zu erfassen. Man wolle weiterarbeiten auf der Schiene der besonderen Förderung sozialer Kompetenzen. Um das Programm weiter "in die Fläche zu bringen", sei ein Treffen von Fachkräften vorgesehen.

Zum Thema:
In Zusammenarbeit mit der Universität Nürnberg/Erlangen sind in neun Seminaren 121 Erzieherinnen aus 61 Kitas im Landkreis Elbe-Elster ausgebildet worden.In 49 von 80 Kitas und in 12 von 21 Horten gibt es ausgebildete Trainerinnen für das Themenfeld. 60 Prozent der Kindergärten und Horte sind bisher erreicht worden.Es wurden 61 Kurse für insgesamt 571 Kinder und 40 Kurse für insgesamt 386 Eltern durchgeführt.Von den Schulen sind bisher 20 in das Programm einbezogen, 37 Schulmediatoren und 16 Lehrer, die als Elternkonflikttrainer agieren können, gehören zur Projekt-Bilanz. Dank der Unterstützung durch Fördermittel und Sponsoren in Höhe von 48 250 Euro und sparsamen Einsatz der Gelder konnte der ursprünglich mit rund 77 000 Euro geplante Finanzierungsanteil des Landkreises und der Träger auf 28 000 Euro reduziert werden.