Bei spätsommerlichen Temperaturen vertont der evangelische Theologe und Generalsekretär der Deutschen Seemannsmission in einem Bremer Studio Grüße zum Heiligabend, die später auf CD an Seeleute in aller Welt verschickt werden.
Zur Aufnahme gehört ein kompletter Weihnachtsgottesdienst, für den die Predigt in Deutsch und in Englisch eingespielt wird. Einen kleinen Hänger gibt es bei "pretty", dem englischen Wort für hübsch, das sich für den Seemannspastor ganz unerwartet zum Zungenbrecher entwickelt. Feenders formuliert ein "prätty", Dorothea Thein möchte eher ein "pritty" hören.
Dramaturgischer Auftakt der CD ist das mächtige Geläut des Bremer St.-Petri-Domes. "Die deutsche Tradition der Weihnacht, die ,German Christmas', hat bei den Seeleuten weltweit großes Ansehen", berichtet Feenders. Seit mehr als 20 Jahren bringen daher Mitarbeiter der Deutschen Seemannsmission in 17 Auslands- und 16 Inlandsstationen Hörgrüße an Bord - für Seeleute, die Weihnachten nicht zu Hause sein können. Kurze Liegezeiten und Fahrten von bis zu zehn Monaten isolieren die Besatzungen. Gerade Heiligabend bedrückt das viele.
Häufig wird die CD dann vor dem Festessen auf dem Schiff im Hafen oder auch auf hoher See gehört. "Dann weichen die Unterschiede auf", hat Feenders erfahren. "Kapitän und Öler, Bootsmann und Schiffsmechaniker sitzen gemeinsam um den Weihnachtsbaum." Damit für diesen Moment dann auch alles rechtzeitig fertig ist, müssen die Aufnahmen mit Liedern, Gebeten und weiteren Texten in einer Auflage von 1100 Exemplaren bis spätestens Ende September fertig sein.
"Ohne diesen Gruß fällt für viele Seeleute Weihnachten aus", betont Feenders. Natürlich darf auf der CD die biblische Weihnachtsgeschichte nach Lukas nicht fehlen, die Feenders in seiner Predigt auslegt. Sind die Aufnahmen fertig, werden sie per Schiff in Paketen zu den Stationen geschickt, um von dort aus weiter verteilt zu werden. (epd/bw)