Wenn am heutigen Samstag in Forst mehr als 100 Vertreter der Euroregion von beiden Seiten der Neiße zusammenkommen, gibt es viel zu feiern. Heute auf den Tag vor 20 Jahren wurde die Euroregion Spree-Neiße-Bober gegründet. "Ich hoffe und wünsche mir, dass die Zusammenarbeit mit der polnischen Seite weiterhin erfolgreich verlaufen wird und wünsche der Arbeit der Euroregion schon einmal alles Gute für die Zukunft", so Landrat Harald Altekrüger (CDU) am Mittwoch in seiner Rede zu den Abgeordneten des Kreistages.

Seit der Gründung der Euroregion sind durch Projekte insgesamt mehr als 90 Millionen Euro aus Töpfen der Europäischen Union für Maßnahmen allein diesseits der Neiße geflossen. Mit dem Wegfall der Funktionen der Grenzanlagen nach Polens Beitritt zum Schengener Abkommen setzte die Euroregion darauf, im wahrsten Sinne des Wortes Brücken zu bauen.

So entstanden durch Finanzierungen durch die EU unter anderem Fußgängerbrücken bei Zelz und in Guben. Auch der Ausbau der Zufahrten zu der Neißebrücke bei Forst und Zasiecki wurde so ermöglicht.

Neben den Brücken wurden auch Straßen und Plätze in Guben ausgebaut und attraktiver gestaltet. Dazu gehören neben der Berliner und der Frankfurter Straße in Guben auch die Promenade am Dreieck sowie die Steganlagen für den Wassertourismus auf beiden Seiten. Allein für Projekte und Baumaßnahmen in Guben wurden rund 17 Millionen Euro investiert.

Aber auch die Kreisstadt des Spree-Neiße-Kreises konnte ordentlich von der grenzübergreifenden Zusammenarbeit profitieren. So wurde der Stolz der Stadt Forst, der Ostdeutsche Rosengarten, mit Hilfe der EU für mehr als sechs Millionen Euro ausgebaut. 2009 folgte die Ernennung zu Deutschlands schönstem Park. Polnische Besucher finden dank zweisprachiger Beschilderung ihren Weg besser durch den Garten und können auf Polnisch Flyer über die Feindschaft von Graf Brühl und Friedrich dem Großen lesen. Immer öfter hört man nun auch Polnisch im Rosengarten. Forst hat insgesamt rund 19 Millionen aus diversen EU-Töpfen für die Projekte erhalten.

Hinzu kommt das hochmoderne Katastrophenschutzausbildungszentrum in Forst. Auch die Feuerwehren der Region haben bisher von 1,3 Millionen Euro Fördermitteln profitiert. So soll heute ein gemeinsamer Feuerwehrstützpunkt in Groß Gastrose eröffnet werden.

Auch Cottbus ist Profiteur der Zusammenarbeit und bekam nicht nur die Mittel für den Ausbau des Planetariums, das mittlerweile wegen der polnischsprachigen Shows unter anderem von Schulklassen aus Zielona Gora besucht wird. Zudem wurden sowohl der Park Branitz als auch der Zoo ausgebaut. Mittlerweile locken auch hier Flyer und Schilder Gäste aus dem Nachbarland in die Lausitzmetropole. Die Brandenburgisch-Technische Universität (BTU) bekam durch die Euroregion Fördermittel für Forschungsprojekte.

Neben dem Geopark Muskauer Faltenbogen bekam auch das Albert-Schweitzer-Werk Geld für die Zentren für Bildung Spremberg-Szprotawa.

Neben den Großprojekten gab es Förderungen für insgesamt rund tausend kleinere Projekte aus dem Fond für Kleinprojekte. Darunter sind diverse Feste beiderseits der Grenze. 2,6 Millionen Europ bekamen so auch viele kulturelle Veranstaltungen für ihre Aktivitäten zugeschossen.

Zum Thema:
Insgesamt sind für Maßnahmen der Euroregion auf deutscher Seite rund 90 Millionen Euro investiert worden. Neben den Großprojekten, wie dem Ausbau des Rosengartens für rund sechs Millionen Euro oder den Brückenbauten, wurden unter anderem auch rund eintausend kleinere Projekte bisher gefördert. In drei Förderperioden seit 1995 flossen 2,6 Millionen Euro an Veranstaltungen und Initiativen. Dazu gehören neben dem Deutsch-Polnischen Jugendfestival in Cottbus auch die Ausstellung zum Wiederaufbau der Stadtkirche in Gubin. Auch das Deutsch-Polnische Malerpleinair in Grießen wurde hierdurch unterstützt.In naher Zukunft soll die erste internationale Partnerschaft der Euroregion verabredet werden. Die russisch-ukrainische Euroregion Yaroslavna möchte mit Spree-Neiße-Bober befreundet sein.