Wie die tschechische Bahnaufsicht mitteilte, handelt es sich bei den Toten um fünf tschechische Staatsbürger und einen Polen. Das siebte Opfer, das im Krankenhaus starb, stammte aus der Ukraine. Deutsche sollen laut Rettungskräften nicht unter den Verletzen sein, jedoch ein Ukrainer, zwei Slowaken, zwei Franzosen und mindestens zehn Polen. Die Opferangaben blieben gestern allerdings strittig. Der polnische Nachrichtensender TVN 24 berichtete, dass die Angaben über einen toten Polen vom polnischen Außenministerium zunächst nicht bestätigt wurden. Gestern Vormittag bezifferte die tschechische Polizei die Zahl der Toten noch auf zehn und sprach von 100 Verletzten.
Der tschechische Ministerpräsident Mirek Topolanek und der polnische Regierungschef Donald Tusk eilten in die Nähe des Ortes Studenka, um sich ein Bild von der Lage zu machen.
Es war 10.45 Uhr, als der Triebwagen mit voller Wucht gegen die auf die Schienen gefallene Stahlkonstruktion krachte. Nach Augenzeugenberichten wurden die Brückenteile durch den Aufprall 30 bis 50 Meter weggeschoben. Der Zug war mit etwa 135 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen. Am Unglücksort habe es wie nach einem Massaker ausgesehen, schrieb ein tschechischer Journalist im Internet: "Die Lokomotive hat sich gegen die Fahrtrichtung gedreht, die ersten Waggons sind vollkommen zertrümmert."
"Überall war Blut zu sehen", erzählte ein polnischer Passagier, der sich selbst aus dem Zug befreien konnte. Und überall hätten die Menschen nach Hilfe gerufen. Die tschechischen Rettungskräfte seien aber bereits "nach zwei bis drei Minuten" am Unfallort gewesen.
An der Brücke war schon seit Monaten gebaut worden. Warum sie einstürzte, ist noch unklar. (dpa/ig)