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| 02:45 Uhr

"Es haben sich viele Erfolg versprechende Vorhaben etabliert"

Großthiemig. Die Erzeugergemeinschaft Biomasse Schraden e.V. Es fragte Sylvia Kunze.

mit Sitz in Großthiemig hat sich von Anfang an der Idee der Energieholzgewinnung angenommen. Vorstandsmitglied Dr. Lutz Böcker weiß um die Schwerpunkte der Arbeit:

An welcher Position sieht sich die Erzeugergemeinschaft?
Wir verstehen uns in erster Linie als Berater und wollen helfen, Netzwerke zu gründen. Wir wollen den Projektpartnern eine Plattform bieten, auf der sie sich begegnen und Erfahrungen austauschen können. Das geht sogar so weit, dass inzwischen auch Technik untereinander weitergereicht wird und Fortbildungsangebote gemeinsam wahrgenommen werden.

Wer gehört zu den Partnern?
Neben dem Kölsaer Jürgen Diecke sind das auch die Agrargenossenschaft Oppelhain, die Baumschulen "Fürst Pückler" Zeischa, die Gemeinde Massen, die Güterverwaltung Großthiemig, die Landeswaldoberförsterei Doberlug und weitere Unternehmen der Region. Sie alle helfen mit, Wertschöpfungsketten vor Ort aufzubauen.

Und stehen dabei nicht allein?
Nein, weil das ein Modellprojekt für die Region Lausitz ist, das vom Bund gefördert wird und eine wissenschaftliche Begleitung erfährt. Federführend steht uns dabei die TU Dresden zur Seite.

Sehen Sie das Projekt auf einem guten Weg?
Ja, es haben sich inzwischen viele Erfolg versprechende Einzelvorhaben etabliert. Und ich höre von den Projektpartnern immer wieder, dass sie allein bestimmt noch nicht so weit vorangekommen wären. Sie schätzen das Mitein ander, die Beratung und fachliche Begleitung, die wir über die Erzeugergemeinschaft sicherstellen können.

Dennoch sind Sie enttäuscht, dass aus Richtung der Landwirte der Zuspruch noch recht verhalten ist.
Das ist richtig. Aber es ist nicht so, dass ich die Bauern nicht verstehen kann. Es ist eben so, dass die Anlage einer solchen Energieholzplantage erst einmal kräftig ins Geld schlägt. Bauern sind es gewöhnt, die Saat auszubringen und nur wenige Monate später bereits zu ernten. Im Fall von Energieholz geht das nicht so schnell. Im günstigsten Fall muss man mindestens drei Jahre warten, bis man mit den ersten Erträgen rechnen kann.

Aber ich bleibe dennoch überzeugt, dass die nachwachsenden Rohstoffe auch eine lukrative Option für die Landwirte unserer Region sein können. Denn hat sich die Plantage erst einmal etabliert, kann selbst bei sinkendem Aufwand für die Unterhaltung mit regelmäßigen Erträgen gerechnet werden.