Selbst bei sehr guter Hygiene kommt immer wieder Ungeziefer ins Haus, so der Bundesverband für Umweltberatung. Doch das ist kein Grund zur Panik. "Viele dieser unliebsamen Mitbewohner werden eingeschleppt", so der Verband. Beispielsweise gelangen Dörrobstmotten häufig durch den Einkauf bereits befallener Vorräte ins Haus. Andere, wie die Kleidermotten oder der Teppichkäfer, sind selbst mobil genug, um durch geöffnete Fenster in die Wohnung einzudringen.

Mietminderung angemessen
Generell ist Ungeziefer in einer Mietwohnung ein ernsthafter Wohnungsmangel, der den Mieter berechtigt, die Miete zu mindern. Darauf weist der Deutsche Mieterbund hin. Die aktuelle Rechtsprechung geht von einer zehnprozentigen Reduzierung der Miete aus. Um einzelne Kakerlaken, Silberfische oder Ameisen in der Wohnung muss sich der Mieter allerdings schon selbst kümmern. Er ist verpflichtet, seine Wohnung sauber zu halten, damit sich Ungeziefer erst gar nicht verbreiten kann. So sind einzelne Ameisen kein Grund, die Miete zu mindern, meint das Amtsgericht Köln (Az.: 213 C 548/97). Dies stelle eine völlig unerhebliche Beeinträchtigung dar, argumentieren die Richter.
Der Vermieter ist erst dann in der Pflicht, wenn der Schädlingsbefall eine bestimmte Intensität erreicht. Das ist auch der Fall, wenn im Mietvertrag eine Klausel enthalten ist, wonach der Mieter seine Wohnung auf eigene Kosten ungezieferfrei halten muss. So eine Klausel ist unzulässig, urteilte das Amtsgericht Bonn (Az.: 6 C 277/84).
Die Kosten für eine einmalige Ungezieferbekämpfung hat grundsätzlich der Vermieter zu tragen, es sei denn, der Mieter hat den Schädlingsbefall verursacht. Das geht aus einem Urteil des Landgerichts München hervor (Az.: 20 S 19147/00).

Keine Schädlinge einschleppen
Der Bundesverband für Umweltberatung empfiehlt, schon beim Lebensmitteleinkauf darauf zu achten, dass keine Schädlinge mitgeschleppt werden. Beispielsweise können Löcher in Verpackungen darauf hindeuten. Zuhause sollten die Lebensmittel nicht in der Verpackung, sondern in verschließbaren Gefäßen aus Glas, Kunststoff oder Porzellan gelagert werden. Sind Lebensmittelvorräte von Ungeziefer befallen, sind sie sofort zu entsorgen, um größere Schäden zu verhindern. Daher sollten alle Vorräte regelmäßig kontrolliert werden.
Sind trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Schädlinge ins Haus gelangt, sollte nicht gleich zur chemischen Keule gegriffen werden. Für fast jedes Tierchen gibt es biologische Gegenmittel. Wichtig ist, die Tiere genau zu bestimmen, um dann die geeigneten Maßnahmen ergreifen zu können. Dabei hilft eine Übersicht, die das Umweltzentrum Bielefeld zusammengestellt hat. Sie ist im Internet unter infonetz-owl.de abrufbar, wenn der Suchbegriff "Schädlinge im Haus" eingegeben wird.
Hier ist beispielsweise zu erfahren, dass schon einzelne Ameisen im Haus ein Warnzeichen sind. Sie sollten konsequent nach draußen verbannt werden, damit nicht der ganze Ameisenstaat hinterherkommt. Kleidermotten kommt man am besten mit Lavendel oder anderen duftenden ätherischen Ölen bei. Mäuse sind nur abzuhalten, wenn alle Lebensmittel gut verschlossen und alle Zugänge mit Drahtgittern fest versperrt sind.
Bei besonders hartnäckigem Schädlingsbefall greifen viele Mieter dann doch zu giftigen Sprays oder Pulvern. Der Deutsche Schädlingsbekämpferverband warnt jedoch davor, auf eigene Faust mit der chemischen Keule oder verschiedenen Mitteln gegen das Ungeziefer vorzugehen. Besser ist es, einen sachkundigen Schädlingsbekämpfer oder Kammerjäger zu Rate zu ziehen. Bei den örtlichen Gesundheitsämtern sind entsprechende Adressen zu erfragen.

tipp zum thema Selbst gebaute Falle bekämpft Fruchtfliegen
Günstiger als handelsübliche Fallen für die gegenwärtig zahlreich auftretenden Fruchtfliegen im Haushalt sind selbst gebaute Köder. Dazu muss eine leere Flasche fingerbreit mit Saft und einem Spritzer Spülmittel gefüllt werden. Das Spülmittel verringert die Oberflächenspannung der Flüssigkeit - die Essigfliegen sinken ein und ertrinken.
Um die Ausbreitung der Insekten von Anfang an zu begrenzen, empfiehlt es sich, Obst und Gemüse im Kühlschrank zu lagern. Lebensmittel, die bei niedrigen Temperaturen ihr Aroma verlieren, sollten stets abgedeckt werden.
Abfallbehälter sollten häufig und gründlich entleert, leere Flaschen bei längerer Lagerung gut gespült werden.