Noch haben sie nicht wirklich Nachbarn, denn ihr Haus ist das erste im Wohngebiet an der Becherstraße/Karl-Marx-Straße.

Weihnachtspost ist bereits angekommen – von den Enkelkindern Tristan und Linus aus dem Raum München – sie werden zu Weihnachten nicht bei den Großeltern sein können. Wegen der Entfernung sehen sie sich nur fünf-, sechsmal im Jahr. Schobers Sohn Sven hat in Bayer Arbeit bekommen und lebt dort mit seiner Familie. „Aber unsere Annett wird da sein“, erzählt Martina Schober. Beide wollen sie Heiligabend am Nachmittag zum Krippenspiel in die Kirche gehen. Dann werde zu Hause weihnachtliche Musik gehört und Kaffee getrunken, Geschenke werden ausgepackt. „Und dann hoffen wir, dass der Weihnachtsmann an die Tür klopft, der will ja auch was trinken“, scherzt der 57-Jährige. Beide rechnen nämlich mit Besuch aus der alten Nachbarschaft am Vetschauer Marktplatz.

Froh ist der Straßenwärter darüber, dass diesmal kein Schnee zu erwarten ist. Zwar müsse er in der Frühschicht die Bereitschaft übernehmen, aber nicht um halb 3 raus wie im vorigen Jahr. „Die letzten zwei Winter waren ja extrem“, erinnert er sich.

Seine Frau Martina hat diese Woche frei und damit auch Zeit gehabt zum Plätzchenbacken. „Das muss Weihnachten schon sein“, sagt sie. Zumal es jetzt in der neuen Küche viel mehr Spaß macht. Erst seit ein paar Tagen kommen die Eheleute wirklich zur Ruhe. „Mit dem Bauen hat alles gut geklappt, aber selbst hat man auch zu tun“, erzählt Jürgen Schober. Ungezählte Quadratmeter vor und hinter dem Haus hat er gepflastert.

Zum Einkauf von Kleidungsstücken mussten sie dieses Jahr nirgendwohin fahren. „Bei mir hat der Arbeitsanzug gereicht“, sagt er. Um so erholsamer werden die nächsten drei freien Tage sein.