In den späten Nachtstunden des gestrigen Mittwoch sollte der erste sogenannte Gruppenzug, komplett beladen mit Fahrzeugen der Marke Volkswagen, aus dem Werk im slowakischen Bratislava einrollen und damit die neue Ära auf dem oberen Rangierbahnhof in Falkenberg einläuten. Weitere Autozüge werden dazu kommen, denn immer mehr asiatische Firmen lassen ihre Fahrzeuge an Standorten in Ost- und Südosteuropa, unter anderem in Tschechien, der Ukraine, der Slowakai, in Slowenien und Rumänien produzieren. Die Autorail GmbH ist heute bereits Transportpartner für Volkswagen, Audi, Skoda, Hyundai und Kia. Wie Gerald Binz, geschäftsführender Gesellschafter der BLG Autorail GmbH, in einer Mitteilung erklärt, habe das Unternehmen den ehemaligen Rangierbahnhof der Deutschen Reichsbahn in Falkenberg gekauft, „um den Kunden Lösungen für die aufwendige Zwischenlagerung in den Werken anbieten zu können“. Der Bahnhof verfügt über eine Gleiskapazität von 18 Kilometern Länge. Von Falkenberg aus werden Züge von den Produktionsstandorten direkt zu sieben Zielorten, darunter die Seehäfen in Rotterdam, Emden, Bremerhaven, Cuxhaven, Hamburg und Lübeck, als auch zu den Binnenterminals in Duisburg, Rackwitz, Hamburg und Creutzwald (Frankreich) rollen. Darüber hinaus sollen in Falkenberg Züge auch völlig neu zusammengestellt werden. Um Grenzaufenthalte zu vermeiden, werden Züge künftig direkt nach Falkenberg durchfahren. In der Gegenrichtung sollen beladene und leere Züge zu den Terminals nach Tschechien, in die Slowakai, nach Österreich, Ungarn und Rumänien rollen. Darüber hinaus soll ostdeutschen Produzenten angeboten werden, diese Transportkapazitäten zu nutzen.

Autorail will zehn Millionen Euro am Standort investieren, die Bahn erklärte, die gleiche Summe draufzupacken. Geplant ist ab Herbst 2012 der Bau einer Waggonwerkstatt mit Radsatzaufbereitung.