Rechtlich ist der Fall klar, sagt Paul Degott, ein auf Touristikrecht spezialisierter Anwalt: Alle Rechte und Pflichten liegen bei dem Partner, auf dessen Namen gebucht wurde.

Wer andere anmeldet, ist Vertragspartner. Verreisen Paare oder ganze Familien, liegt in aller Regel eine Mehrpersonenbuchung vor. „Der Anmelder schließt also mit dem Reiseveranstalter einen Vertrag für sich selbst und weitere Personen“, sagt Degott. „Vertrag mit Schutzwirkung zugunsten Dritter“, laute der Name für diese Art von Kontrakt, mit dem ein Urlauber die Vertretung für weitere Personen übernehme. Wer als Vertragspartner fungiert, sei daher angehalten, den gesamten Reisepreis zu bezahlen – auch wenn die Reise in der ursprünglich gebuchten Form gar nicht mehr zustande kommt. „Private Gründe sind hier kein Argument. Das ist individuelles Lebensrisiko, das nicht auf den Reiseveranstalter übertragen werden kann“, sagt der Reiserecht-Experte. Unerheblich sei auch, ob das Ex-Paar miteinander verheiratet war. Können sich Getrennte nicht einigen, fällt alles auf den Anmelder zurück – das gelte für die Kosten gleichermaßen wie für die Frage, was mit der Reise geschehen soll, stellt Paul Degott klar. „Sie kann gekündigt werden. Dann fallen Stornogebühren an.“

Andere Person als Begleitung wählen. „Gibt es einen neuen Partner oder eine neue Partnerin, kann man diese Person ohne große Probleme mitnehmen“, rät der Experte. Meistens sei eine geringe Gebühr für eine Namensänderung in der Reisebestätigung zu entrichten. Auch ein guter Freund oder eine Freundin sei als Begleitung möglich.

Aus einem Doppelzimmer zwei Einzelzimmer machen. Eine elegante Lösung kann es sein, gemeinsam getrennt zu verreisen – sofern ein Ex-Paar es in derselben Hotelanlage aushält oder in derselben Stadt. Oft habe ein Reiseveranstalter vor Ort noch andere Unterkunftsmöglichkeiten, sodass man eine Umbuchung von einem Doppelzimmer auf zwei Einzelzimmer erwägen könne. „Wenn das gewollt ist, sollten die Betroffenen den Veranstalter fragen, ob eine entsprechende Vertragsänderung möglich ist“, rät Degott. Diese koste einen Aufpreis, doch gerade deswegen sei sie oft ohne Probleme möglich. „Der Veranstalter wird sich in aller Regel nicht dagegen wehren, weil er ja dann selbst mehr verdient.“