"Wenn es noch Hoffnung gäbe, würde man weitersuchen", sagte der Kemptener Polizeisprecher Christian Owsinski. Der 40-jährige Allgäuer war am Mittwoch in eine steile Rinne gefahren und von den Schneemassen mitgerissen worden. "Eine Chance, ihn zu finden, wird es wahrscheinlich erst geben, wenn in dem Bereich weniger Schnee liegt." Erst am Donnerstag war im Allgäu nahe Pfronten die Leiche eines 20-Jährigen unter einer Lawine entdeckt worden.Einen Tag nach einem Lawinenunglück im Wendelsteingebiet rangen die Ärzte weiter um das Leben eines 47-Jährigen. Der nach dem Unglück wiederbelebte Skitourengeher sei ins künstliche Koma versetzt worden. Die weiße Gefahr ist auch weiter nicht gebannt: Bis zu 40 Zentimeter Neuschnee werden bis Sonntag in den Alpen erwartet.Auch in Berlin schneite es am Freitag weiter. Auf den Flughäfen Tegel und Schönefeld waren die Räumfahrzeuge rund um die Uhr im Einsatz, um Rollwege und Pisten freizuhalten. Lkw-Unglück in SachsenIn vielen Teilen Deutschlands hatten sich Straßen in gefährliche Rutschbahnen verwandelt. In Chemnitz (Sachsen) stürzte ein Fleischtransporter um, nachdem er mit einem Räumfahrzeug des Winterdienstes zusammengeprallt war, und zwei Sattelzüge krachten auf der Autobahn 7 nahe Bockenem (Niedersachsen) ineinander.Karambolage auf der A 9Schneebedeckte Fahrbahnen waren auch die Ursache für eine Massenkarambolage auf der A 9 in Thüringen. Nahe Bad Klosterlausnitz prallten mehrere Lastwagen und zwei Autos zusammen. Im niedersächsischen Langenhagen schleuderte auf glatter Straße ein Taxifahrer mit seinem Fahrzeug gegen einen Ampelmast.Auch auf dem Balkan hielt das Schneechaos an: In Bulgarien waren nach heftigen Schneefällen 156 Orte von der Stromversorgung abgeschnitten, einige hatten auch kein Leitungswasser. Lawinenabgänge versperrten zudem den wichtigen Petrohan-Pass im Balkan-Gebirge, wie das Ministerium für Katastrophenschutz mitteilte. Schneemassen sorgten in der Hauptstadt Sofia für ein Verkehrschaos. Das Wetter verwandelte auch mehrere Abschnitte der Autobahn zwischen Belgrad und Mazedonien in Schneelandschaften.In Deutschland ist jedenfalls vorerst keine große Wetteränderung zu erwarten - auf Tief "Volker" folgen die Wolken von "Wulfdieter" mit Regen und Schnee. Die Narren müssen sich also beim Straßenkarneval dick anziehen und warmschunkeln. dpa/ig