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| 03:01 Uhr

Erinnerung an den Sommer 73

Die 73er Helden (v.l.): Ziegenhagen, Wehner, Grebasch, Wünsch, Dr. Lindner, Schulz, Grun, Kupferschmied, Franz, Dr. Hartmann, Noack, Helas, Becker, Birr, Stabach.
Die 73er Helden (v.l.): Ziegenhagen, Wehner, Grebasch, Wünsch, Dr. Lindner, Schulz, Grun, Kupferschmied, Franz, Dr. Hartmann, Noack, Helas, Becker, Birr, Stabach. FOTO: ski
Cottbus. Nicht erst Energies sensationelle DFB-Pokalrunde, die im Berliner Finale 1997 ein grandioses Ende fand, oder der Zweitliga-Aufstieg im gleichen Sommer, ebenso der Einzug in die Fußball-Bundesliga im Jahr 2000 waren die ersten Höhepunkte im bald 50-jährigen Vereinsleben der Cottbuser Fußballmannschaft, die ab 1966 den Namen Energie trägt. Davon kündeten rund drei Dutzend gestanden Herren, die sich am Sonntag lange vor dem Anpfiff der Zweitligapartie gegen Sandhausen im Stadion der Freundschaft trafen. ski

Der Grund lag nahe: Vor genau 40 Jahren schaffte es die damalige BSG Energie Cottbus, in die DDR-Oberliga aufzusteigen. Und diesen Geburtstag feierten die Helden von damals am Sonntag gemeinsam mit denen, die 1963 von Brieske nach Cottbus (zwangs-)versetzt wurden im "Energie-Eck". Der damalige Trainer Manfred Kupferschmied war samt Gattin Gerda von Chemnitz gekommen, um in seiner kurzen Ansprache voller Hochachtung über die Traditionspflege in Cottbus zu reden. "Bei uns in Chemnitz habe ich das auch schon oft angeregt, aber so recht interessiert sich dort keiner dafür", so der in Ehren ergraute Aufstiegstrainer, der in kleiner Runde von der ungewöhnlichen Spielvorbereitung auf das entscheidende Match gegen Vorwärts Stralsund erzählte: "Nachdem wir in der Aufstiegsrunde am vorletzten Spieltag beim 0:7 in Riesa schon fast alle Chancen eingebüßt hatten, wollten wir es am letzten Spieltag wissen. Und haben deshalb ganz und gar abgeschalten. Wir sind jeden Tag zum Mochowsee gefahren und haben dort überwiegend Volleyball gespielt. Und Elfmeter schießen haben wir geübt, besonders mit Klaus Grebasch", erzählt der Fußball-Senior. Und jener Klaus Grebasch wäre fast zum tragischen Helden geworden. Nachdem Klaus Stabach mit seinem legendären Fernschuss Energie 1:0 in Führung brachte, gab es tatsächlich einen Strafstoß, bei dem Grebasch prompt am Stralsunder Keeper scheiterte. "Der Schönig war eben ein Guter", merkte "Keule" Grebasch, der in Zittau eine Reinigung/Wäscherei betreibt, augenzwinkernd an. Noch immer ist er begeistert vom damaligen Erfolg, an dem in jenem Sommer 1973 auch der 1:1-Ausgleich der Stralsunder nichts mehr änderte.

Gleich nach dem ersten Oberliga-Jahr und 16 Spielen im Oberhaus hatte sich seinerzeit der flinke Außenstürmer Michael Noack verändert. Als großes Talent wechselte der jetzt 58-jährige zum BFC Dynamo. Wo er vor 20 Jahren alle Ämter im Nachwuchsbereich abgab und seitdem als Steuerfachmann unterwegs ist. "Cottbus war aber eine tolle Zeit, gekrönt vom Oberliga-Aufstieg im Jahr 1973. Es ist schön, dass man sich bei Energie offenbar ebenso gern daran erinnert, wie wir Aktiven", freute sich der inzwischen in eine höhere Gewichtsklasse gewechselte nur 1,69 m große Offensivspieler.

Viel gab es noch zu erzählen im Kreise der Kurpat, Wünsch, Becker, Franz und Gentsch, deshalb wurde am Sonntag auch verdammt spät zum Zapfenstreich geblasen. Aber durchgehalten haben die Oldies aus Energies Gründerjahren ja schon früher unglaublich gut.