„Wir zeigen keine Filme oder Dokumentationen, wir wollen das Grauen aus polnischer Perspektive zeigen. Wir tun uns oft schwer mit dem Wort Überfall, aber es war einer“, erklärt Jochen Schmidt von der Friedensbibliothek/Antikriegsmuseum Berlin-Brandenburg. Mit seiner Hilfe wurde die Ausstellung in Guben zusammengestellt. Polen sei das Land gewesen, das den Zweiten Weltkrieg die längste Zeit erleiden musste.

„Dort litten die Menschen die ganzen sechs Jahre unter Krieg und Leid und dieses Land hat die meiste Bevölkerung eingebüßt“, so Schmidt. Er finde es richtig, dass Guben und Gubin Erinnerungen austauschen. „Dinge sehen in Erinnerungen anders aus. Heute kann das wieder zusammenrücken, was damals noch unvorstellbar war“, betont Jochen Schmidt. Und Heike Rochlitz, Leiterin des Stadt- und Industriemuseums fügt hinzu: „Die Erinnerungen dürfen nicht verloren gehen, damit so ein Grauen nie wieder passiert.“

Die Ausstellung zeigt in vier Komplexen das düstere Kapitel der Geschichte Polens. Die Bilder des Überfalls am 1. September 1939 zeigen grausige Zeichen des beginnenden Zweiten Weltkrieges. Unterschrieben von den Worten: „Gewollt vom Deutschen Reich, aber zugeschoben den ‚demokratischen Ländern' und dem Weltjudentum.“ Das Warschauer Ghetto – am 16. Oktober 1940 gab der deutsche Gouverneur den Befehl zur Errichtung eines jüdischen Wohngeländes in Warschau – ist der zweite Komplex der Ausstellung. Der Fotograf Joe J. Heydecker, ein deutscher Soldat, wollte den Schrei der Leidenden konservieren. Die Fotografien sind unter anderem betitelt mit „Weg zur Hinrichtung“, „Erschossene“ und „Weg in die Gaskammer“. Und überall sind Ruinen von Wohnhäusern zu sehen. Der Warschauer Aufstand im Jahr 1944 ist ebenfalls in Bildern festgehalten. Dort verwandelten sich Straßen in Friedhöfe, Kinder irren durch die zerbombte Stadt. Die ganze Zerstörung des Krieges ist in Bildern aus dem Jahr 1945 festgehalten.

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Zum ThemaDie Ausstellung „Der Überfall auf Polen“ ist bis zum 20. November dieses Jahres zu sehen. Geöffnet ist das Museum dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, am Wochenende von 14 bis 17 Uhr. Schulklassen können auf Anfrage auch außerhalb der Öffnungszeiten die Ausstellung besuchen.