Überlebende sprachen von 70 Vermissten und mehreren Toten, meldeten örtliche Medien. In ersten Berichten war die Rede von möglicherweise mehr als 30 Toten gewesen. Mindestens 20 sollen verletzt worden sein.
Wie die Regierung von Chiapas am Montagabend (Ortszeit) mitteilte, ereignete sich das Unglück in dem Dorf San Juan de Grijalva nahe des Stausees Peñitas an der Grenze zum Bundesstaat Tabasco. Nach einem gewaltigen Bergrutsch seien die Erdmassen in den Fluss Grijalva gestürzt und hätten das Wasser innerhalb kurzer Zeit 70 Meter hoch aufgestaut. Dann habe sich eine gigantische Wasserwelle aus Schlamm und Geröll gelöst und das Dorf hinweg gefegt. Von den Häusern blieben nur Fundamente und Zementböden übrig. Ein weiterer Erdrutsch versperrte eine wichtige Straße zur Hauptstadt Tuxtla-Guttiérrez, dadurch wurden neun Gemeinden von der Außenwelt abgeschnitten. Im benachbarten Bundesstaat Tabasco, der immer noch weitgehend unter Wasser steht, ging der Kampf gegen Krankheiten und zunehmend auch gegen den Hunger weiter. Tausende Einwohner sind auch dort von der Außenwelt abgeschnitten.
Angesichts zunehmender Plünderungen verfügte der Gouverneur des Bundesstaates, Andrés Granier, die Abriegelung des Stadtzentrums durch Bundes- und Staatspolizei. Die Abriegelung sei vor allem für die Zeit getroffen worden, wenn das Wasser zurückweichen werde, hieß es. Dann befürchten die Behörden eine Zunahme der Kriminalität. Schon in den vergangenen Tagen war es vielerorts zu Plünderungen gekommen.
In Veracruz, dem Nachbarstaat von Tabasco, gaben die Behörden am Montagabend für 90 Ortschaften Alarm, nachdem der Fluss Uxpanapa über die Ufer getreten war. Auch im Bundesstaat Oaxaca wurde vor Überflutungen gewarnt. (dpa/das)