Allein in der Provinz Bohol, dem Epizentrum des Bebens, kamen am Dienstag nach Polizeiangaben 61 Menschen ums Leben. Die Provinz liegt 640 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila. Das Beben der Stärke 7,2 war nach Angaben des philippinischen Vulkan-Instituts im Umkreis von Hunderten Kilometern deutlich zu spüren. Drei der ältesten katholischen Kirchen im Land wurden beschädigt, ebenso zwei Flughäfen und der Hafen von Tacloban.

"Wir saßen beim Frühstück, als der Boden anfing zu beben", berichtete die Landeschefin der Hilfsorganisation Plan, Rachelle Nuestro. "Es war so schlimm, wir sind sofort auf die Straße gerannt. Ich sah Stromleitungen hin- und herschwingen und viele Menschen auf der Straße." Das Beben ereignete sich um 8.12 Uhr Ortszeit (2.12 Uhr MESZ) 630 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Manila auf der Insel Bohol. In der Umgebung leben mehr als 50 000 Menschen.

Die Philippinen bestehen aus mehr als 7000 Inseln. In der Region reiben drei verschiedene Erdplatten aneinander. Die Erde bebt häufig. Die folgenschwersten in jüngerer Zeit waren 1976 das Beben der Stärke 7,6 im Golf von Moro im Süden des Landes. Dabei kamen 7000 Menschen um. Ein gleichstarkes Beben 1990 in Luzon im Norden forderte 2400 Menschenleben.