Teile des Frosch-Erbguts weisen eine große Ähnlichkeit mit dem des Menschen auf, berichten die US-Genetiker im Fachjournal ,,Science" vom Freitag. So kämen fast 80 Prozent aller beim Menschen bekannten Krankheitsgene auch bei dem sequenzierten Krallenfrosch Xenopus tropicalis vor. Die Tiere könnten damit als Modell für die Untersuchung von Krankheiten des Menschen dienen.

Insgesamt besitze der Krallenfrosch etwa 20 000 bis 21 000 Gene, die als Bauplan für ein Protein dienen, und damit etwas weniger als der Mensch mit rund 23 000 Genen, berichten die Forscher um Uffe Hellsten von der University of California in Berkeley (Kalifornien). Zahlreiche Gene seien beim Krallenfrosch in der gleichen Abfolge angeordnet wie beim Menschen. Auch beim Huhn sei das Genom sehr ähnlich strukturiert. Viele Bereiche hätten sich folglich wenig verändert, seit sich vor rund 360 Millionen Jahren die Entwicklungswege der Tierklassen trennten. Sie sind ein genetisches Überbleibsel des letzten gemeinsamen Vorfahrens aller Säugetiere, Vögel, Frösche sowie auch der ausgestorbenen Dinosaurier.

Xenopus tropicalis wird in Laboren weltweit zur Untersuchung von zellbiologischen Vorgängen oder der Embryonalentwicklung eingesetzt. Hellsten und seine Mitarbeiter wollen nun im Detail untersuchen, welche Gene den Frosch zum Frosch machen und welche andersherum bei Frosch und Mensch gleich sind. Letztere seien für grundlegende Entwicklungsvorgänge unabdingbar, berichten die Forscher. Nach der Sequenzierung von Vertretern der Fische, Vögel und Säugetiere ermögliche das erste sequenzierte Amphibiengenom auch neue Einblicke in die Evolutionsgeschichte der Wirbeltiere. Untersuchungen des Genoms sollen weiterhin dazu beitragen, die Überlebenschancen von Fröschen und anderen Amphibien in freier Natur zu verbessern. Diese Tiere reagierten sehr sensibel auf verschiedene Umweltchemikalien.