Von Jan Lehmann

Diese Sprechchöre waren zumindest ein kleiner Trost für Felix Geisler. Mehrere Mal riefen die Fans im Stadion der Freundschaft am Freitag beim Benefizspiel gegen Borussia Dortmund seinen Namen – während der 22-Jährige mit Krücken in der Hand am Spielfeldrand saß.

Frisch operiert nach seinem Kreuzbandriss im rechten Knie konnte der Vetschauer beim Duell mit dem Champions-League-Club nur zusehen – und eben zuhören. Geisler betont: „Es ist natürlich schön zu sehen, dass die Fans hinter einem stehen. Es kamen auch viele Genesungswünsche. Das ist toll, das gibt es nicht überall.“ Sogar WM-Held Mario Götze kam nach dem Spiel zu Geisler und erkundigte sich nach dessen Verletzung.

Direkt nach seiner Einwechslung hatte sich Geisler im Regionalliga-Spiel in Rathenow am Knie verletzt. Der Offensivspieler berichtete: „Beim Sprint ist mir das Knie einfach weggesackt. Es hat geknallt, danach ging nichts mehr. “ Nach der Operation habe er nun ziemlich starke Schmerzen gehabt, das Knie müsse vorerst ruhig gehalten werden.

Geisler sagt: „Jetzt muss ich sehen, dass ich demnächst loslege mit der Reha, damit ich schnell wieder da bin.“ Einen Zeitplan will er allerdings nicht aufstellen. Der FCE-Profi erklärt: „Ich habe das noch nicht richtig durchgerechnet, das ist mir jetzt auch erstmal egal. Ich lasse mir so viel Zeit, wie ich wirklich brauche. Man hat schon öfter gehört, dass es dann wieder passiert ist – und das möchte ich verhindern. So dringend werde ich vielleicht doch nicht gebraucht, dass es auf Kosten der Gesundheit geht.“

Davon kann Maximilian Zimmer ein Lied singen. Der Energie-Aufstiegsheld, der vergangene Woche mit nur 27 Jahren sein Karriere-Ende bekanntgegeben hat, musste sich nach drei Kreuzbandrissen immer wieder zurückkämpfen. Nun ist er Sport-Invalide. Für FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz ist das keine überraschende Nachricht, das Karriere-Ende hatte sich abgezeichnet. Er betont jedoch: „Dass Maxi seine Karriere beenden muss, ist eine Tragödie, weil er ein fantastischer Spieler war, der in der Regionalliga das i-Tüpfelchen war.“

Wollitz berichtet, dass Maximilian Zimmer in seinen Planungen auch abseits des Spielfeldes schon eine Rolle gespielt hat: „Ich hatte mal zu Drittliga-Zeiten im Verein gesagt, dass ich ihn so als Teammanager sehe. Er hat einen unglaublichen Draht zu den Spielern.“

Zimmer als Teammanager bei Energie Cottbus?

Angesichts der engen Finanzlage im Club ist das wohl aktuell kein Thema. Wollitz räumt ein: „Ob das in der 4. Liga realisierbar ist, weiß ich nicht. Fakt ist, dass ich in der Zeit, in der wir die Mannschaft neu zusammengestellt haben, jeden Tag mehrmals mit ihm telefoniert habe. Er hat mit dem einen oder anderen Spieler Kontakt aufgenommen, er kennt den ganzen Berliner Raum.“

Zimmer will sich jetzt in Berlin zum Kaufmann für Finanzen und Versicherungen für Profi-Fußballer ausbilden lassen. Der lange Weg zurück ins Stadion führt ihn also über die Schulbank, mit Paragraphen und Prüfungen. Felix Geisler indes muss sich im Rehatraining mit Geduld und Ausdauer zurück auf den Rasen kämpfen. Das wird anstrengend für beide, und Sprechchöre werden sie wohl kaum dabei hören.

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