Felix Geisler und Berkan Taz sind da, wo die Schüler der Sportschule Cottbus einmal hin wollen: im Fußball-Profigeschäft. Im Rahmen des Projektes „Zisch – Zeitung in der Schule“ mit den Kooperationspartnern enviaM und der Commerzbank können die Schüler ihre Vorbilder nun endlich einmal alles fragen, was ihnen in den Sinn kommt. Tabus gibt es keine – sehr zur Belustigung der Spieler und Lehrer.

Fragen im Minutentakt

„Welches Tier wärt ihr, wenn ihr kein Mensch wärt?“, fragt Joel Fels und der Raum lacht. Dass die Frage gar nicht so leicht zu beantworten ist, beweisen derweil die beiden Fußballprofis. „Ich wäre wohl ein Löwe“, sagt Taz und Geisler antwortet nach einiger Überlegung: „Ich wäre gern ein Hecht.“ Und wieder lachen die Schüler.

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Lübbenau

Mit einiger Vorbereitung haben sie die ganz eigene Pressekonferenz in der Aula der Sportschule Cottbus vorbereitet, haben einen Redner für die Eröffnung ernannt, die Tische gestellt und sind in ihre eigenen Trainingsanzüge von Energie Cottbus geschlüpft. Dass am Ende auch aus ihrer Feder ein kleiner Beitrag über das Gespräch mit den beiden Fußballern rausspringen soll, ist im Laufe der Fragestunde schnell vergessen. Die Stifte liegen teilweise unberührt auf den Tischen. Stattdessen gehen erst zögerlich, dann immer schneller die Arme nach oben. Mit den Fragen kommen Taz und Geisler kaum hinterher.

Schule spielt wichtige Rolle in der Fußballerkarriere

„Machen Sie sich eigentlich auch Gedanken über das Leben nach dem Fußball?“, fragt Jakob Koch. Felix Geisler, der derzeit mit einem Kreuzbandriss verletzt ausfällt, antwortet: „Klar, allein schon die Verletzung bringt mich ins Grübeln. Ich fange im Februar meine Trainerlizenz für die B-Jugend an, weil ich glaube, dass mir das liegen könnte. Ich frage mich aber auch, wie manche Spieler in der Regionalliga nebenbei noch eine Ausbildung machen können. Bei uns geht das gar nicht, weil wir jeden Tag Training haben.“

Die beiden Energie-Profis Felix Geisler (vorne mit Mütze) und Berkan Taz (links) mit den Schülern an der Cottbuser Sportschule.
© Foto: Josephine Japke

Dass die Schule auch in seiner Laufbahn einen wichtigen Stellenwert eingenommen hat, macht Felix Geisler immer wieder klar. Der 22-Jährige hat selbst die Sportschule in Cottbus besucht. Mittlerweile kann er nicht nur aus der Sicht eines ehemaligen Schüler berichten, sondern versteht auch die Lehrer immer besser. „Ihr habt alle das Ziel, Profifußballer zu werden und darauf solltet ihr euch konzentrieren“, sagt er. Wer bis kurz vor dem Training noch auf der Spielekonsole zockt und das Training nur halbherzig absolviert, der würde es später mal schwer haben.

Ratschläge von den Profis

Felix Geisler versteht durchaus, dass man in der Pubertät auch ein bisschen „Mist im Kopf hat“ – auch wenn er selbst zu den „braven Schülern“ gehört hat, wie er schmunzelnd zugibt. Trotz allem sollte man sich auf die Schule konzentrieren – man könne schließlich nicht ewig Fußballer sein. Auch Energie-Pressesprecher Stefan Scharfenberg betont: „Es wird auch nicht jeder von euch Profifußballer werden, da muss man ehrlich sein. Und wer es nicht schafft, braucht eine gute Schulausbildung.“

Cottbus

Die Schüler, die gerade in der U14-Mannschaft von Energie Cottbus spielen, haben ihre Karriere erst noch vor sich. Presse-Profi Scharfenberg gibt ihnen einen Tipp mit auf den Weg: „Bei Interviews müsst ihr immer authentisch bleiben. Lernt das, was ihr sagen wollt, nicht auswendig, das kauft euch sonst keiner ab. Und macht euch nicht zu viele Gedanken, habt keine Angst davor.“ Wie es geht, können sie bei Felix Geisler und Berkan Taz sehen, die wirklich auf jede Frage eine Antwort haben: „Habt ihr eine Freundin?“ Und wieder wird gelacht: „Nein“, antwortet Berkan Taz und kratzt sich verlegen am Kopf. „Ich schon“, sagt Geisler und prompt kommt die nächste Frage geflogen.,

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