Vier Jahre und 141 Tage ist es her, seit Claus-Dieter Wollitz zum letzten Mal als Energie-Trainer im Stadion der Freundschaft gesessen hat. Seine Rückkehr gibt dem FCE neuen Mut. Dabei will der Nachfolger von Vasile Miriuta nur wenig an der Formation verändern. Und trotzdem soll alles anders werden. Wollitz betont: "Viele Veränderungen kann es nicht geben. Das wäre Quatsch. Der Kader wurde so zusammengestellt, weil man glaubte, dass die Qualität in Ordnung ist. Und das glaube ich auch." Der Trainer sagt: "Es fängt beim Kopf an." Deshalb geht er an einzelne Profis ran, spricht viel und betont immer wieder: "Es dürfen Fehler gemacht werden."

So hat er sich den zuletzt unter Miriuta immer unsicherer wirkenden Patrick Breitkreuz zur Seite genommen. Marco Holz blüht im Training auf, Manuel Zeitz wirkt ebenfalls befreit. Und Uwe Möhrle darf mit der Rückkehr in die Startelf rechnen. Der 36-Jährige, von Miriuta erst als Kapitän entmachtet, dann durch Jungprofi Philipp Knechtel in der Abwehr ersetzt, ist für Wollitz ein wichtiger Faktor. Er erklärt: "Uwe Möhrle spielt nicht, weil er mehr Erfahrung hat. Er spielt, weil er Qualität hat."

Dass Wollitz Spieler starkmachen kann, hatte er schon in seiner ersten Cottbuser Amtszeit bewiesen. Den zuvor völlig verschüchterten Jiayi Shao entwickelte er zu einem überdurchschnittlichen Mann in der 2. Liga. Der vom Erstliga-Abstieg ziemlich erschütterte Emil Jula zeigte plötzlich Qualitäten, Stanislav Angelov erwuchs vom Buhmann zum überragenden Linksverteidiger und Torjäger Nils Petersen schaffte den Durchbruch.

Wie schnell Wollitz in die Köpfe der Spieler kommt, gilt es allerdings abzuwarten. Angesichts der möglichen Rückkehr von Mounir Bouziane - Sven Michel fehlte am Freitag wegen muskulärer Probleme - hat er in der Offensive zumindest wieder eine Alternative mehr als zuletzt Vorgänger Miriuta. Der Spanier Sergi Arimany könnte zudem der Überraschungsmann werden. Nach Verletzungsproblemen ist der Angreifer im Training voll dabei. Wollitz berichtet: "Ich kannte ihn bisher nicht, er hat einen guten Eindruck hinterlassen."

Entscheidend wird sein, dass Energie die seit vier Spielen herrschende Torblockade durchbricht und endlich wieder trifft. Doch trotz aller Zuversicht muss gesagt werden: Allein ein Wollitz auf der Trainerbank im Stadion der Freundschaft ist dafür keine Garantie. Als er zuletzt dort saß, gab es gegen Ingolstadt ein 0:0.