Energie Cottbus kämpft um den Klassenerhalt in der 3. Liga – genau wie vor drei Jahren. In der Saison 2015/16 verlor der FCE diesen Kampf und stieg in die Regionalliga ab. Auch diesmal deutet wieder vieles auf eine dramatische Schlussphase hin. Die RUNDSCHAU vergleicht die damalige Situation mit der aktuellen Lage.

Die Tabelle: 2015/16 lag Energie Cottbus am 30. Spieltag auf Platz 15. Der Abstand zu den Abstiegsrängen betrug drei Punkte. Allerdings mussten damals am Ende nicht vier, sondern nur drei Mannschaften runter in die Regionalliga. Trainer war zum damaligen Zeitpunkt noch Vasile Miriuta. Vier Spiele später kam das Aus für die FCE-Legende.

Fünf Spieltage vor dem Saisonende übernahm dann Claus-Dieter Wollitz. Im ersten Spiel gab es eine 0:5-Niederlage im Heimspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach. Der FCE rutschte auf Rang 19 ab, der Abstand zum rettenden Ufer betrug zwei Punkte zuzüglich des schlechteren Torverhältnisses.

Aktuell hat Energie vier Punkte Rückstand auf Platz 16 als erstem Nichtabstiegsplatz. Dort rangiert Eintracht  Braunschweig. Die Niedersachsen haben nach katastrophaler Hinrunde eine Erfolgsserie gestartet und dürften am Ende mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Auf Platz 15 und damit den nächsten Gegner Fortuna Köln hat Energie sogar schon fünf Punkte Rückstand.

Das Team: Die damalige Mannschaft wirkte beim Amtsantritt von Wollitz blutleer. Sie war das Produkt einer jahrelangen Talfahrt. Zwei Jahre zuvor war Energie aus der 2. Liga abgestiegen. Die Winterneuzugänge Valentin Cretu, Sergi Arimany und Andrei Lungu waren keine Verstärkung, sondern Flops. Mit jungen Spielern wie Felix Geisler und Jonas Zickert versuchte Wollitz noch einmal für frischen Schwung zu sorgen.

Auch diesmal wurde die Mannschaft in der Winterpause mit insgesamt vier Neuzugängen noch einmal umgebaut. Sie sind mittlerweile aus dem Team nicht mehr wegzudenken. Mit Jürgen Gjasula hat das Team sogar einen echten Anführer hinzubekommen. Insgesamt hat das Quartett der Neuzugänge die spielerische Qualität deutlich angehoben. Energie war in den vergangenen Wochen mit den Gegnern mindestens auf Augenhöhe, konnte aber wie zuletzt beim 1:2 in Zwickau seine diversen Torchancen nicht nutzen.

Das sagt der Trainer: „Vor drei Jahren habe ich eine Mannschaft übernommen, die keine Mannschaft war. Auch im Fitnessbereich haben damals grundlegende Dinge gefehlt. Jetzt haben wir eine Mannschaft, die zusammenhält. Und wir haben eine gute Fitness. Auch die Unterstützung aus dem Umfeld ist da.“

Die Entscheidung: In den verbleibenden acht Partien stehen noch vier Heim- und vier Auswärtsspiele auf dem Programm. Mit der nächsten Heimpartie gegen Fortuna Köln, bei Carl Zeiss Jena, den Sportfreunden Lotte und zu Hause gegen den VfR Aalen gibt es noch vier Duelle gegen die direkte Konkurrenz um den Klassenerhalt, ehe es am letzten Spieltag gegen Eintracht Braunschweig geht. In der Abstiegssaison 2015/16 verlor Energie das dramatische Finale gegen den FSV Mainz 05 II trotz eigener Führung bis zur 89. Minute noch 2:3.

Der Rettungsplan: „Um drin zu bleiben, müssen wir noch vier Spiele gewinnen. Aber wir werden fünf gewinnen“, legt sich Trainer Wollitz vor dem Spiel gegen Köln optimistisch fest. Seine Prognose: „Wir werden die Liga halten – unter der Voraussetzung, dass kein Spieler jetzt das Selbstvertrauen und die Überzeugung verliert. Den Rest kriegen wir hin. Weil wir eine gute Fitness haben und hinten raus zulegen können.“