Von Jan Lehmann
und Steven Wiesner

Energie Cottbus hat die Gegentor-Flut gestoppt. Am Mittwochabend erkämpften sich die Lausitzer trotz großer Personalsorgen ein 0:0 bei Viktoria Berlin und blieben damit erstmals in der Saison ohne Gegentor. In der Regionalliga Nordost rangieren die Cottbuser damit weiter im Mittelfeld. Vor 1108 Zuschauern im Stadion Lichterfelde präsentierte sich Energie über weite Strecken als das bessere Team.

Trainer Claus-Dieter Wollitz musste gleich mehrere Lücken stopfen. Mit Ibrahim Hajtic (Muskelfaserriss) und Robert Müller (Rückenprobleme) fehlte erneut die etatmäßige Innenverteidigung. Auch Ersatzmann Paul Gehrmann (Angina) konnte nicht einspringen. So musste Jonas Zickert in der Innenverteidigung neben Jan Koch ran. Felix Geisler (muskuläre Beschwerden), Tobias Hasse (Risswunde) und Ben Meyer (Rotsperre) waren ebenfalls nicht dabei.

In der Mittelfeldzentrale setzte Wollitz wieder auf das Junior-Duo Tobias Eisenhuth (17 Jahre) und Niklas Geisler (18). Die beiden Jung-Profis, die gemeinsam mit Moritz Broschinski (18) in diesem Jahr auch das Abitur an der Lausitzer Sportschule ablegen wollen, hatten das ja im DFB-Pokalspiel gegen Bayern München gut gemacht.

Gegen die Berliner, bei denen der Ex-Cottbuser Marcus Hoffmann mit der Kapitänsbinde am Arm die Abwehr dirigierte, versuchten es der FCE von Beginn an mit spielerischen Mitteln. Und Moritz Broschinski (1. Minute) sowie Felix Brügmann (2.) kamen mit den ersten Angriffen auch gleich aussichtsreich vor das Viktoria-Tor.

Danach mussten die Lausitzer darauf achten, die Abwehr dicht zu halten. Nach 16 Gegentoren aus den ersten fünf Spielen – so schlecht war Energie zuletzt vor 44 Jahren gestartet – lag darauf das Hauptaugenmerk. Energie machte das aber richtig gut und ließ die Berliner nur selten in Tornähe kommen.

Von Trainer Wollitz gab es für seine Spieler immer wieder Beifall, das desolate 1:4 gegen Auerbach schien der jungen Mannschaft nicht mehr in den Kleidern zu stecken. Kurz vor der Pause erhöhten die Cottbuser das Tempo. Broschinski war an vielen Aktionen beteiligt. Dennoch wackelte Viktoria und nach einem Rückpass der verunsicherten Berliner auf Keeper Stephan Flauder bekam Energie einen indirekten Freistoß am Fünf-Meter-Raum zugesprochen: Brügmann legte auf, Rangelov zog ab – drüber (45.).

Auch nach dem Seitenwechsel hatte Energie die besten Chancen: Nach einem Eckball kam Felix Brügmann frei vor Keeper Flauder an den Ball, und scheiterte am Berliner Torhüter (53.). Auf der Gegenseite konnte sich dann Lennart Moser auszeichnen, als er eine Fackel von Rafael Brand löschte (62.).

In der Schlussphase ging Viktoria dann noch etwas mehr Risiko - doch Energie brachte das erste Spiel ohne Gegentor über die Ziellinie mit sehr viel Einsatz über die Ziellinie. In der 85. Minute hätte Energie-Angreifer Felix Brügmann den gelungenen Cottbuser Abend sogar noch mit dem Siegtreffer abrunden können – doch erstmals in dieser Saison blieb der FCE eben auch vorn ohne Treffer.

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