Unterschreibt der ehemalige Energie-Kapitän Marc Stein noch in dieser Winterpause beim Fußball-Oberligisten Stuttgarter Kickers? Diese Frage steht seit Donnerstag im Raum, die „Stuttgarter Zeitung“ hat sie aufgebracht. Dort wird der Kickers-Sportchef Martin Braun so zitiert: „Es gibt seit einem Jahr Kontakt mit dem Spieler, weil wir wissen, dass er irgendwann einmal nach Stuttgart zurückkommen wird. Und natürlich haben wir auch Interesse an ihm, Marc Stein ist ein absoluter Führungsspieler, der seine Qualitäten ja zuletzt auch in der dritten Liga bewiesen hat.“ Die Kickers stehen in der Oberliga Baden-Württemberg als Tabellenzweiter auf einem Aufstiegsplatz. Auch Regionalligist VfB Stuttgart II wird als möglicher Verein gehandelt.

Ein kurzfristiger Trikotwechsel des Cottbuser Führungsspielers wäre für viele Energie-Fans sicher schmerzhaft. Der 33-Jährige hatte in Cottbus aus familiären Gründen um die Auflösung seines Vertrages gebeten und so ein großes Loch im FCE-Kader verursacht. Als torgefährlicher Abwehrorganisator und Führungsfigur war Stein eine der wichtigsten Kräfte im Cottbuser Abstiegskampf. Dass der Verein ihn nun ein halbes Jahr vor Vertragsende ohne Ablöse ziehen ließ, sorgte für Kontroversen unter den Anhängern. Dass seine Frau und der zweijährige Sohn in Stuttgart leben, ist für viele allerdings auch ein triftiger Grund für die Entscheidung des Familienvaters.

Trainer Claus-Dieter Wollitz verdeutlichte am Donnerstag noch einmal die Sicht des Vereins: „Wenn ein Spieler Argumente liefert, nicht mehr seine volle Leistung bringen zu können, muss man eine Entscheidung treffen. Den Rest kann nur Marc Stein auflösen.“ Er verwies darauf, mit Stein Vertraulichkeit über die Gründe für den Abschied vereinbart habe. Allerdings betonte der Trainer, dass er nie wieder zu einer Notlüge wie am zurückliegenden Samstag greifen wolle. Nach dem Testspiel gegen den 1. FC Magdeburg hatte er von einer Viruserkrankung bei Stein gesprochen, obwohl der Vertrag da schon aufgelöst worden war. Wollitz: „Das nervt mich, das kotzt mich am meisten an. Beim nächsten Mal muss diese Entscheidung sofort kommuniziert werden.“

Dass sein Führungsspieler nun womöglich bald bei einem anderen Club spielen könnte, nimmt er indes überraschend gelassen hin. Wollitz betonte: „Ich kann das nicht hundertprozentig ausschließen und hätte auch kein Problem damit. Er hat das der Mannschaft und dem Verein erklärt, er war auch zum Vier-Augen-Gespräch beim Präsidenten.“ Der Trainer hat allerdings einen Wunsch an Stein: „Es wäre nicht gut, wenn er zu einem Konkurrenten in der 3. Liga gehen würde, das hätte einen Beigeschmack. Aber so schätze ich ihn nicht ein.“

Wer anstatt Marc Stein künftig der FCE-Kapitän sein wird, ist noch offen. Mit Tim Kruse, Kevin Weidlich und Fabio Viteritti sind alle weiteren Mitglieder des Mannschaftsrates derzeit verletzt. Wollitz sagte deshalb am Donnerstag: „Wenn Lasse Schlüter am Samstag gegen Wehen Wiesbaden in der Startelf steht, hat er große Chancen, die Mannschaft auf den Platz zu führen.“