Das Spiel: Energie Cottbus empfängt am Sonntag den Karlsruher SC. Aus Karlsruhe und Berlin werden insgesamt 1000 Gästefans erwartet. Damit ist sicher: Der FCE wird dann die Schallmauer von 100000 Zuschauern in dieser Saison knacken. Bisher sind 97098 Gäste zu den Cottbuser Drittliga-Spielen gekommen. Das ist ein Schnitt von 6936 Zuschauern pro Spiel. Kalkuliert hat der FCE übrigens mit 7500 pro Partie. Anpfiff im Stadion der Freundschaft ist um 13 Uhr. Die RUNDSCHAU berichtet im Liveticker.

Der Gegner: Der Karlsruher SC ist als Tabellenzweiter auf Aufstiegskurs. Zuletzt gab es allerdings eine überraschende 0:3-Heimniederlage gegen Schlusslicht VfR Aalen. Das Hinspiel verloren die Cottbus trotz großer Torchancen in der Anfangsphase mit 0:2.

Die Personalsituation: Nach dem 3:2-Sieg in Halle gibt es keine weiteren Verletzungssorgen. Mit Daniel Stanese (Mittelfußbruch), Tim Kruse (Achillessehnenanriss) und Philipp Knechtel (Oberschenkelprobleme) befinden sich drei Spieler im Aufbautraining, die immer mehr zulegen. Trainer Claus-Dieter Wollitz berichtet: „Das sieht richtig gut aus.“ Kevin Scheidhauer (Bronchitis/Reha-Training nach Schambeinentzündung), Maximilian Zimmer (Kreuzbandriss), Jonas Zickert (Probleme mit der Fußsohle), Fabian Graudenz (Infekt) und Niklas Geisler (Aufbautraining nach Außenbandriss) fallen weiterhin aus.

Die Trainer-Einschätzung: FCE-Coach Claus-Dieter Wollitz schätzt den Karlsruher SC als eines der Top-Teams der Liga ein. Er sagte: „Karlsruhe muss man so großen Respekt zollen, sie mussten viele Spieler verkaufen und hauen dann so eine Saison raus.“ Dennoch rechnet er sich mit seiner Mannschaft Chancen auf den Heimsieg aus - erst recht nach dieser Woche. Wollitz betonte: „Wichtig ist für mich die Art, wie wir Fußballspielen. Wir entwickeln Torchancen aus der spielerischen Note heraus.“ Wollitz hob nach dem 3:2 in Halle zwei Spieler hervor: Dimitar Rangelov und Jürgen Gjasula. „Diese beiden sind am meisten gelaufen. Ihre Qualität ist ohnehin unbestritten, aber man erkennt daran, wie viel Spaß ihnen das hier macht.“ Obwohl Energie am Sonntag das dritte Spiel innerhalb von neun Tagen absolvieren muss, macht sich Wollitz um die Fitness keine Sorgen. Er ist sich sicher: „Wir werden in dieser Saison keine Kraftprobleme bekommen.“ Nun sei es wichtig, dass Energie die einfachen Fehler vermeide. „Die Gegentore in Halle waren unnötig, das sollte uns nicht alle drei Tage passieren.“

Und sonst noch: Gegen den Karlsruher SC erlebte Energie Cottbus schon legendäre Partien. Das erste Aufeinandertreffen gab es im April 1997 im Halbfinale des DFB-Pokal: Im Schneetreiben schoss Energie den damaligen Erstligisten mit Trainer Winfried Schäfer an der Seitenlinie sensationell mit 3:0 aus dem Stadion und zog ins Pokalfinale ein. Aber auch eine Niederlage gegen Karlsruhe wurde beim FCE wie ein Sieg gefeiert: Nach dem 2:3 im Wildparkstadion dachten die FCE-Profis und ihre Fans am 22. Mai 2005 kurzzeitig, dass sie abgestiegen seien. Doch ein geschossenes Tor mehr rettete Energie, Eintracht Trier musste runter und versank danach in den Tiefen des Amateurfußballs. Energie konnte erleichtert jubeln. Und zu guter Letzt hat auch ein Unentschieden gegen Karlsruhe einen besonderen Platz in der Cottbuser Vereinschronik. Das 5:5 im Stadion der Freundschaft mit Trainer Claus-Dieter Wollitz an der Seitenlinie war am 13. September 2010 ein ganz extremes Wechselbad der Gefühle. Wollitz berichtete: „Das war ein Highlight, ein Klassiker.“