Die Form: Osnabrück ist Spitzenreiter und die heimstärkste Mannschaft der Liga. Im Stadion an der Bremer Brücke gab es erst eine Niederlage (0:1 im September gegen Karlsruhe). Danach blieben die Osnabrücker aber sieben Drittliga-Spiele ungeschlagen und surfen auf einer Welle der Euphorie. Das Thema Aufstieg wird beim VfL trotz der Tabellenführung bewusst klein gehalten. "Wir konzentrieren uns darauf, dass wir immer die maximale Leistung abrufen und wissen, dass wir dadurch die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass es zu diesem Traum kommen kann", erklärte Mittelfeldmann Anas Ouahim vor dem Cottbus-Spiel gegenüber dem „Kicker“.

Der Kader: Gestandene Drittligaspieler wie Ulrich Taffertshofer, David Blacha, Manuel Farrona Pulido, Maurice Trapp und Felix Schiller, die bei ihren Clubs nicht mehr erste Wahl waren, folgten dem Osnabrücker Lockruf, der nicht auf Geld basiert. Denn der VfL hat seinen Personalkostenetat weiter abgespeckt. Dazu kamen junge Spieler wie Anas Ouahim, ein frecher Spielmacher-Typ aus der Schule des 1. FC Köln, sowie Talente aus dem eigenen Nachwuchsleistungszentrum, die Trainer Daniel Thioune schon in der A-Jugend trainiert hat und denen er ohne Zögern das Vertrauen schenkt. Kapitän Marc Heider geht in seiner Rolle als Führungsfigur auf, der Ex-Dresdner Marcos Alvarez ist der Top-Torjäger (8 Treffer).

Der Ex-Cottbuser: Konstantin Engel (30) ist zurück in seiner Osnabrücker Heimat. Energie-Trainer Wollitz hatte ihn 2011 bei seinem ersten Cottbuser Engagement mit in die Lausitz geholt. Engel absolvierte für Energie 34 Zweitliga-Spiele, konnte sich aber nie vollends durchsetzen. Später spielte er Ingolstadt sogar in der 1. Bundesliga und für Kasachstan in der A-Nationalmannschaft gegen Deutschland.

Der Trainer: Daniel Thioune (44) erhielt trotz der schwachen Vorsaison weiter das Vertrauen. Gemeinsam mit Sportdirektor Benjamin Schmedes zog er klare Schlüsse aus dem verkorksten vergangenen Spieljahr: Weitgehender Austausch des Personals, Verpflichtung neuer Achsenspieler, Stabilisierung des defensiven Zentrums, weniger Leihspieler und frühe Komplettierung des Kaders – der bisherige Erfolg gibt den beiden wichtigsten Osnabrücker Protagonisten Recht. Der Coach gibt nun vor dem Spiel gegen Cottbus die klare Marschroute vor: „Wir wollen den Abstand halten. Nach dem Wochenende soll der Vorsprung mindestens weiter vier Punkte auf den Zweitplatzierten betragen." Ansonsten wolle er sich zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht intensiver mit der Tabellenführung befassen – auch nicht mit manchen Stimmen im Hintergrund, die den VfL am Ende eben nicht ganz oben sähen. Thioune: „Wir wissen, dass wir in jedem Spiel unfassbar viel investieren müssen; Am Ende kackt die Ente – und dann schauen wir mal, was nach 38 Spieltagen ist."