(noc) Normalerweise kommt erst die Pflicht und dann die Kür. Bei Energie Cottbus ist es an diesem Wochenende umgekehrt. An diesem Freitag trifft der FCE zunächst auf den Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, der zu einem Benefizspiel in das ­Stadion der Freundschaft kommt (Anpfiff um 17 Uhr/LR-Liveticker, live auf Sport1). Und am Sonntag spielt das Team von Trainer Claus-­Dieter ­Wollitz dann in der 2. Runde des Brandenburger Landespokals beim Siebtligisten Phönix Wildau (16 Uhr) – ein Sieg ist dann Pflicht. „Wichtig ist, dass wir am Freitag ein schönes Fußballfest feiern. Und wichtig ist auch, dass wir am Sonntag im Pokal eine Runde weiterkommen“, erklärt Wollitz.

Das Benefizspiel gegen Dortmund wird vor großer Kulisse stattfinden. Bis Mitte der Woche waren 18 000 der 20 500 Tickets verkauft.

Pünktlich für das Kür-Pflicht-­Wochenende bekommt die zuletzt nicht immer sattelfeste Abwehr der Lausitzer noch einmal Verstärkung aus den eigenen Reihen. Denn mit Ibrahim Hajtic, ­Tobias Hasse und Paul Gehrmann sollen gleich drei Defensivspieler in den Kader zurückkehren. Die drei Profis waren mehr oder we­niger lange verletzt. Robert Müller, der eigentlich als Abwehrchef eingeplant war und in dieser Saison noch kein einziges Spiel in der Liga bestritten hat, soll aber weiterhin geschont werden. Genau wie Jan Koch, der ebenfalls pausieren soll am Wochenende. In die Freude über die Rückkehrer mischte sich aber auch Trauer: Der langzeitverletzte Maximilian Zimmer (27) gab via Instagram das Ende seiner Fußballer-Karriere bekannt.

Speziell in der Abwehr sieht ­Trainer Claus-Dieter Wollitz ­großen Steigerungsbedarf. In den vergangenen beiden Regionalliga-­Partien kassierte der FCE zwar nur ein Gegentor. Mit 17 Gegentoren nach sieben Spielen weist Cottbus jedoch die zweitschlechteste ­Quote aller 18 Mannschaften der Staffel Nordost auf. Lediglich Schlusslicht Bischofswerdaer FV ist mit 23 Toren noch anfälliger. „Im Spiel nach vorn mache ich mir keine Sorgen. Aber nach hinten müssen wir deutlich besser und stabiler werden. ­Diese Sicherheit holt man sich in den ­Spielen“, analysiert Wollitz.

Dass zwischen der Kür und der Pflicht nur 48 Stunden liegen, nimmt man beim FCE inkauf. Die Alternative wäre gewesen, das Pokalspiel in Wildau am Dienstag oder Mittwoch auszutragen. Eine erneute „englische Woche“ wollte Wollitz aber vermeiden: „Nach dem Spiel in Wildau können wir uns endlich mal eine Woche lang auf ein Heimspiel vorbereiten. Die Mannschaft braucht klare Abläufe und ­Automatismen.“