Von Frank Noack

Wenige Tage vor dem Start in die neue Saison der Fußball-Regionalliga Nordost tut sich eine weitere personelle Lücke bei Energie Cottbus auf. Inzwischen ist klar: Daniel Stanese wird 2019/20 nicht für den FCE spielen. Der 25-jährige Kanadier hat das vorliegende Vertragsangebot mittlerweile abgelehnt. „In finanzieller Hinsicht war keine Einigung möglich, obwohl wir Daniel Stanese unserer Meinung nach ein sehr gutes Angebot vorlegt haben“, erklärt Trainer Claus-Dieter Wollitz auf RUNDSCHAU-Nachfrage.

Stanese nimmt auch nicht mehr am Training des FCE teil. In den vergangenen Wochen hatte er sich gemeinsam mit dem Team auf die neue Saison vorbereitet, obwohl sein Vertrag beim FC Energie nur bis zum 30. Juni datiert war. Der Defensivspieler war im vergangenen Sommer vom VfR Aalen nach Cottbus gewechselt. Wegen eines Mittelfußbruchs konnte er jedoch nur zehn Pflichtspiele für den FCE absolvieren.

Die anstehende Regionalliga-Saison sollte eigentlich ein Neuanfang nach der schweren Verletzung werden. Angesichts des sehr kleinen Kaders hätte Stanese wohl auch gute Chancen gehabt, möglichst viel Wettkampfpraxis zu sammeln. Beim letzten Testspiel am vergangenen Samstag gegen den lettischen Erstligisten Spartaks Jurmala (4:1) hatte Daniel Stanese nicht nur den Führungstreffer für die Gastgeber erzielt, sondern auch ansteigende Form nachgewiesen. Er bildete gemeinsam mit Colin Raak die Doppelsechs im defensiven Mittelfeld. Die entstandene Lücke muss nun anderweitig geschlossen werden.

Energie Cottbus startet am Samstag mit dem Heimspiel gegen die VSG Altglienicke (13.30 Uhr) in die Saison. Aktuell stehen nur 16 Feldspieler im Team von Trainer Claus-Dieter Wollitz. Die Hoffnungen auf weitere Neuzugänge haben sich bislang nicht erfüllt. Die personellen Planungen werden erschwert durch die Tatsache, dass  Abwehrchef Robert Müller an einer Rückenverletzung laboriert und keine einziges Testspiel absolvieren konnte. Ob Müller bis Samstag fit wird, ist offen.

Mit Kapitän Dimitar Rangelov gibt es derzeit nur einen erfahrenen Profi in der Startelf. Stattdessen finden sich viele Youngster im Team, die von der erfolgreichen U19-Aufstiegsmannschaft zu den Profis gewechselt sind. Trainer Wollitz drängt deshalb auch weiterhin auf kurzfristige Neuverpflichtungen. „Wir brauchen Spieler, die uns mit ihrer Qualität voranbringen und die gleichzeitig auch den jungen Spielern helfen können“, betont der FCE-Trainer.

Nach dem Abstieg aus der 3. Liga haben inklusive Daniel Stanese insgesamt 20 Spieler den Verein verlassen. Fünf bis sechs Kaderplätze sind kurz vor dem Saisonstart noch nicht besetzt. Für Energie beginnt die neue Spielzeit gleich mit einer englischen Woche. Nach dem Auftakt gegen Altglienicke geht es dann am Dienstag mit der Auswärtspartie bei Hertha BSC II weiter. Der kleine Kader ist also sofort ganz groß gefordert.