Der Fußball-Landespokal Brandenburg geht an diesem Samstag mit dem Achtelfinale weiter. Diese acht Partien mit dem FC Energie Cottbus und dem VfB Krieschow stehen an.

Das vorgezogene Endspiel

FC Energie Cottbus – SV Babelsberg 03: Nicht nur für FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz ist das Duell zwischen Pokalverteidiger Energie Cottbus und dem SV Babelsberg „eine Art vorgezogenes Finale“. Immerhin treffen in diesem Spiel am Sonnabend (13 Uhr) im Stadion der Freundschaft die beiden besten Mannschaften des Landes aufeinander. Durchaus eine brisante Sache.
Cottbus liegt in der Tabelle der Regionalliga auf Platz 3, Babelsberg ist Fünfter. Für zusätzliche Brisanz sorgt die erbitterte Rivalität zwischen den Fan-Lagern der Vereine. „Ich wünsche mir, dass die Zuschauer ihre Mannschaften unterstützen. Schlachtrufe sind okay, aber Provokationen und alles andere nicht. Ich wünsche mir, dass es nicht wieder eskaliert und wochenlang nur über diese Vorfälle statt über das Spiel gesprochen wird“, betont Wollitz.

Der nicht ganz so krasse Außenseiter

Einheit Zepernick – VfB Krieschow: Es liegen zwischen den beiden Kontrahenten drei Spielklassen. Gleichwohl gibt sich Lucio Geral, Trainer von Einheit Zepernick, durchaus selbstbewusst. Immerhin sind die Barnimer seit April ungeschlagen, haben auch in dieser Saison in 13 Pflichtspielen 13 Siege eingefahren, unter anderem Brandenburgligist Oranienburger FC nach Elfmeterschießen aus dem Pokal gekegelt und sind Spitzenreiter der Landesklasse Nord.
Allerdings schlitterte Einheit am Mittwochabend im Kreispokalspiel bei den Falkenthaler Füchsen an einer Niederlage vorbei. Der Kreisoberligist aus Oberhavel/Barnim zwang die favorisierten Gäste nach torlosen 90 Minuten nicht nur in die Verlängerung, sondern auch ins Elfmeterschießen. Letztlich setzte sich Zepernick mit 5:3 durch.
Rassiges Duell in der 2. Runde: Einheit Zepernick bezwang Victoria Templin mit 1:0. Vincent Lipp (links) fiel im Zweikampf mit Templins Bright Chibuike Ibeneme. Das entscheidende Tor im Flutlichtspiel erzielte Jerome Ehweiner vor 350 Zuschauern.
Rassiges Duell in der 2. Runde: Einheit Zepernick bezwang Victoria Templin mit 1:0. Vincent Lipp (links) fiel im Zweikampf mit Templins Bright Chibuike Ibeneme. Das entscheidende Tor im Flutlichtspiel erzielte Jerome Ehweiner vor 350 Zuschauern.
© Foto: Carola Voigt
„Wir haben unseren Spielstil etabliert, gehen auch gegen Krieschow so in die Partie“, sagt Geral. „Wir haben Respekt, aber keine Angst. Wir müssen einfach mutig spielen und fleißig sein.“ Krieschows Trainer Toni Lempke plagt die dünne Personaldecke. Verteidiger Sergiy Semenyuk ist rotgesperrt, Paul Pahlow angeschlagen, Felix Geißler verletzt. „Aber wir gehen das Spiel so an, dass wir eine Runde weiterkommen“, sagt er.
Das Spiel wird auch zum Duell zweier ehemaliger Schulkameraden beim BFC Dynamo. VfB-Torjäger Andy Hebler trifft direkt auf einen alten Bekannten.

Vertrauen in die eigene Serie

Union Fürstenwalde – FSV Luckenwalde: Trainer Kenny Verhoene schmunzelt: „Ich habe mit Fürstenwalde immer gegen Luckenwalde gewonnen, vielleicht ist das ein gutes Omen.“ Allerdings hat der Belgier auch erst ein Fürstenwalder Spiel gegen Luckenwalde gecoacht, seitdem er im Winter 2021 das Traineramt bei Union übernahm. In der vergangenen Regionalliga-Rückrunde fuhr Fürstenwalde einen 2:1-Auswärtssieg ein, konnte den Abstieg aber nicht verhindern.
Zuvor hatte es das Duell unzählige Male in Brandenburg-, Ober- und Regionalliga gegeben. Auch im Pokal trafen die Klubs oft aufeinander, dort gewannen der FSV Union die letzten drei Duelle. Am Sonnabend sind die Fürstenwalder nun als Oberligist Außenseiter, zumal der Union-Kader ein komplett anderer ist als vergangene Saison. „Du kannst für ein kleines Wunder sorgen, aber dann muss alles stimmen. Es ist eine Chance für unsere Jungs zu zeigen, was sie draufhaben“, sagt Verhoene.

Brisanz in der Elgora-Arena

TuS Sachsenhausen – MSV Neuruppin: Die Vorfreude sei sehr groß beim gastgebenden TuS, umreißt Teammanagerin Mareike Heilemann. Ein Heimspiel, ein Höherklassiger als Gegner, ein Match mit regionalem Bezug und ein wenig Brisanz. Denn Heilemanns Vorgänger Marc Flohr war im Frühjahr nicht geräuschlos nach Neuruppin gewechselt und hatte sich in der Saisonend- sowie der Hochphase der Kadergespräche gegen den Verbleib in Sachsenhausen und stattdessen für den Gang zum MSV entschieden.

Neuauflage des Barnim-Derbys

Einheit Bernau – Union Klosterfelde: Von Nuancen sei auszugehen, in denen sich Einheit und Union unterscheiden. Das sagt Co-Trainer Mike Frank von der TSG Einheit. Er geht von einem engen Derby aus. Wer auch immer als Sieger den Platz verlassen sollte: Es wird für den Verein der erste Einzug in die Runde der letzten Acht sein – ein weiteres lohnendes Ziel neben dem finanziellen Zuschlag und dem moralischen des Siegers im Barnim-Derby. Im Punktspiel vor zwei Wochen trennten sich die Teams 1:1. Personell ist die Situation in beiden Lagern sehr angespannt.

Zuschauermagnet beim Underdog

Stahl Brandenburg – Ludwigsfelder FC: Für die Top-Kulisse in der zweiten Pokalrunde sorgte die BSG Stahl Brandenburg, die sich gegen den neu aufgestellten Brandenburgligisten aus der gleichen Stadt mit 2:0 durchsetzte. 2186 Zuschauer feuerten Ende September im Stadion am Quenz ihr Team an. Noch immer hält die zweigleisige Serie der Elf von Trainer Maik Aumann: Stahl ist weder in den Punktspielen (elf Spiele/sechs Siege/fünf Unentschieden) noch im Pokal bislang geschlagen worden. Das Gästeteam rangiert als Zehnter im Mittelfeld der Oberliga.

Mit Potenzial für eine Überraschung

Germania Schöneiche – 1. FC Frankfurt: „Auf dem Papier sind wir vielleicht leichter Favorit, weil wir eine Klasse höher spielen“, vermutet Trainer Thorsten Beck. „Aber wir wissen, dass wir uns darauf nichts einbilden dürfen. Ich kann nur wieder betonen, dass es der gleiche Kader ist, mit dem wir letzte Saison Brandenburgliga gespielt haben – sogar etwas schwächer, weil wir Maik Frühauf nicht halten konnten.“ Die Schöneicher treten mit dem Selbstbewusstsein des aktuellen Tabellenführers der Brandenburgliga an.

Havelländer unter sich

Werderaner FC – Optik Rathenow: Von „Ärgern“ der Gäste spricht Trainer Martin Nitzsche. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Vor einem halben Jahr wehrte sich Optik Rathenow noch gegen den drohenden Abstieg aus der vierten Liga. Vergeblich. Es läuft auch in der Oberliga (16. von 18) nicht rund. Etwas anders sieht es beim Werderaner FC aus: Rang drei in der Brandenburgliga nach dem sechsten Saisonsieg und der Stoßrichtung: Gegen den Höherklassigen muss Werder nicht gewinnen.

Weitere Termine für den Wettbewerb

Noch acht Mannschaften werden in dem laufenden Wettbewerb überwintern. Das Viertelfinale wird am letzten März-Wochenende 2023 ausgetragen, die Halbfinals werden entweder für den 8. April oder 18. Mai angesetzt. Das Finale ist für den 3. Juni vorgesehen – allerdings ist der Beschluss zum bundesweiten Finaltag der Amateure beim DFB noch nicht gefasst.