Der FC Erzgebirge Aue hat das 107. Sachsen-Derby gegen Dynamo Dresden unglücklich verloren. Trotz ansprechender Leistung wurden die Gastgeber in der Schlussphase kalt erwischt und unterlagen am Sonntag in der 3. Fußball-Liga mit 0:1 (0:0). Vor 12.913 Zuschauern im Erzgebirgsstadion, darunter 2000 Dresdner, traf Christian Joe Conteh (85. Minute) zum glücklichen Sieg. Somit bleiben die Veilchen in der Abstiegszone hängen, Dynamo kletterte mit dem dritten Saisonsieg auf Rang zehn.
„Die Mannschaft weiß selber, dass sie heute besser war als der Gegner in beiden Halbzeiten“, sagte Aue-Trainer Timo Rost, der von 2002 bis 2009 für Energie Cottbus 229 Pflichtspiele bestritten hatte. Er betonte: „Die Chancen, die wir heute hatten, müssten einfach für zwei, drei Spiele reichen. Die Mannschaft hat heute ein unfassbar gutes Spiel gemacht und steht nun mit leeren Händen da, die Enttäuschung ist riesig.“ Dynamo-Coach Markus Anfang, acht Pflichtspiele für Energie Cottbus, sagte nach seinem ersten Sachsen-Derby: „Am Ende haben wir mit den Waffen, die Aue ansetzte, also mit Kontern, das Spiel entschieden.“
Die Spieler von Dynamo Dresden jubeln nach dem späten Sieg vor dem Gästeblock in Aue.
Die Spieler von Dynamo Dresden jubeln nach dem späten Sieg vor dem Gästeblock in Aue.
© Foto: Robert Michael

Kurze Unterbrechung des Spiels

Im Duell der Zweitliga-Absteiger setzte Rost mit einer Ausnahme (Linus Rosenlöcher) auf die Startelf vom 0:0 in Saarbrücken. Anfang hatte nach dem 2:3 gegen Elversberg mehr Bedarf, brachte Kevin Ehlers, Julius Kade und Jonathan Meier neu. Beide Teams begannen wie für ein Derby typisch mit viel Kampf und Emotionen. Das erste Achtungszeichen setzte Aue nach einer unglücklichen Dynamo-Abwehraktion über die Mitte, doch der Schuss von Gorzel (3. Minute) ging knapp vorbei.
Nach einer kurzen Spielunterbrechung wegen Pfiffen mit einer Trillerpfeife (13.) aus dem Fanblock hatte Ahmet Arslan (17.) die Führung für die Gäste auf dem Fuß, doch sein Ball sprang vom Innenpfosten wieder zurück. Auf der Gegenseite ging ein Kopfball von Maximilian Thiel (22.) direkt aufs Dynamo-Gehäuse. Aue hatte im Verlauf mehr Spielanteile und auch die besseren Chancen, wie bei den Freistößen von Marvin Stefaniak (26.) und Thiel (41.).

Dynamo stellt den Spielverlauf auf den Kopf

Nach dem Wechsel hatte Aue erneut mehr vom Spiel, Dynamo leistete sich zu viele Fehler im Spielaufbau, was die Gastgeber zu Chancen einlud. Doch im Gästestrafraum fehlte den Veilchen die Genauigkeit. Als Aue dank Thiel (74.) endlich das Gehäuse traf, lenkte Dynamo-Keeper Stefan Drjaca mit einer Glanzparade den Ball an den Pfosten. Es war quasi der Wachrüttler für die heiße Schlussphase, in der Dynamo mit dem Tor den Spielverlauf auf den Kopf stellte: Meier bediente mit einem Steilpass Conteh, der den Ball am Aue-Keeper gekonnt vorbeispitzelte.