So fielen die Tore: Die Gäste jubelten über zwei frühe Tore, die dem Spiel schnell die Richtung vorgaben. In der 7. Minute traf Tobias Rühle zur Führung für Großaspach. Er lauerte in der Schnittstelle der Cottbuser Innenvenverteidigung zwischen Uwe Möhre und Christopher Schorch. Der lange Pass erreichte Rühle punktgenau. Beim 0:2 (14.) sah die Innenverteidigung erneut schlecht aus. Möhrle kam bei der Kopfballverlängerung zu spät, dann ließ Schorch dem Torschütze Pascal Sohm zu viel Platz. Auch beim 0:3 in der 40. Minute gab es wieder ein großes Loch im Abwehrzentrum. Nutznießer war diesmal Bashkim Renneke. Ebenfalls noch in Halbzeit eins erzielte Timo Röttger das 4:0 (43.) für Großaspach. Beim 0:5 (88.) durch Binakaj fälscht Schorch unhaltbar ab.

So ging Energie ins Spiel: Der neue Trainer Claus-Dieter Wollitz holte Uwe Möhrle zurück in die Startformation. Auch der zuletzt in Münster gesperrte Valentin Cretu stand in der Anfangself. Marco Holz sollte in der Zentrale das Spiel ankurbeln. Sven Michel fehlte dagegen weiterhin im 18er-Kader. Er hat nach seiner Angina in dieser Woche erst mit dosiertem Training begonnen.

So verlief die erste Halbzeit: Trainer-Rückkehrer Wollitz erhielt vor dem Anpfiff stehende Ovationen von den Energie-Fans. Die Aufbruchstimmung nach dem Wechsel in dieser Woche bekam durch die zwei Gegentore jedoch gleich wieder einen herben Dämpfer. Zwei Aussetzer in der Energie-Defensive ermöglichten Großaspach schon in der Anfangsviertelstunde eine 2:0-Führung. In der 26. Minute verhinderte Torhüter Daniel Lück mit einer starken Parade beim Freistoß von Michele-Claudio Rizzi das dritte Gegentor, ehe er später doch noch zwei Mal hinter sich greifen musste. Denn Energie bot in dieser Halbzeit eine absolut desolate Leistung.

So verlief die zweite Halbzeit: Angesichts des Vier-Tore-Rückstandes ging es aus Sicht des FCE nach dem Wechsel nur noch um Schadensbegrenzung. Die Gäste schalteten ebenfalls einen Gang zurück und ersparten Cottbus damit bis auf den fünften Treffer kurz vor Schluss weitere Peinlichkeiten. Die wenigen guten Aktionen der Rot-Weißen wurden von den Fans immerhin mit Beifall bedacht. Ansonsten herrschte jedoch eine gespenstische Stille bei den 5949 Zuschauern im Stadion der Freundschaft. Lediglich das halbe Dutzend Gäste-Fans hatte seinen Spaß.

Die Statistik:
Energie Cottbus - SG Sonnenhof Großaspach 0:5 (0:4)

Cottbus: Lück - Cretu (77. Geisler), Schorch, Möhrle, Kaufmann - Zeitz, Kauko (77. Zickert) - Kaufmann, Holz, Breitkreuz - Sukuta-Pasu.

Sonnenhof Großaspach: Gäng - Schiek, Leist, Hägele, Lorch (57. Vecchione) - Renneke (83. Binakaj), Jülich Rizzi, Röttger - Sohm, Rühle (75. Breier).

Tore: 0:1 Rühle (7.), 0:2 Sohm (14.), 0:3 Renneke (40.), 0:4 Röttger (42.), 0:5 Binakaj (88.); Schiedsrichter: Marcel Schütz (Worms); Zuschauer: 5949; Gelbe Karten: Holz, Schorch, Möhrle / Sohm, Röttger.

So sehen es die Trainer:
Claus-Dieter Wollitz (Cottbus):"Das ist so ärgerlich. Das Umschaltspiel von uns war nicht gut. Wir verengen nicht. Das dauert alles viel zu lange. Und wir sind auch eiskalt bestraft worden. Es ist aber noch nichts verloren. Aufgeben gilt nicht. Wir müssen die Mannschaft weiter unterstützen. Wir dürfen uns jetzt nicht gegenseitig kaputt machen. Wir müssen morgen wieder aufstehen. Wir haben keine andere Wahl."
Rüdiger Rehm (Großaspach): "Wir wussten, dass wir von der ersten Minute an hellwach sein müssen. Die erste richtige Aktion war gleich entscheidend. Der Ball von Energie ist nicht durchgekommen, unser erster Ball ist dagegen durchgekommen. Dass wir so früh in Führung gegangenen sind, war natürlich ein absoluter Wunschtraum. Wir haben in der ersten Halbzeit eine Effektivität gezeigt, die zuletzt nicht da war."

So sieht es in der Tabelle aus: Energie Cottbus rutscht einen weiteren Rang ab und liegt jetzt auf dem vorletzten Platz. Der Abstand zum rettenden Ufer beträgt zwei Punkte. Die Gäste dürfen als Tabellenvierter weiterhin auf die Relegation hoffen.

So geht es weiter: Am kommenden Freitag reist der FC Energie zum absoluten Kellerduell bei Schlusslicht VfB Stuttgart II (Beginn um 19 Uhr). Es ist vermutlich die allerletzte Chance, um doch noch die Kurve zu kriegen. Uwe Möhrle fehlt dann gelbgesperrt.

Und wie sehen Sie es? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zum Spiel!