Eine Plexiglasscheibe an der Trainerbank bekam den ganzen Frust von Claus-Dieter Wollitz ab. Der Coach von Energie Cottbus zertrümmerte die Scheibe bei der 1:2 (0:1)-Niederlage der Lausitzer gegen den FSV Zwickau – und entschuldigte sich anschließend bei den Gastgebern dafür. „Die Plexiglasscheibe kaputtzuhauen, gehört sich nicht. Dafür möchte ich mich entschuldigen. Ich komme natürlich für die Kosten auf“, erklärte Wollitz.

Der Frust bei Trainer und Mannschaft nach diesem Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt in der 3. Fußball-Liga am Montagabend in Zwickau war riesengroß. Der Abstand auf die Nichtabstiegszone ist auf vier Punkte angewachsen. Nach dem Schlusspfiff bedrängten die Cottbuser Schiedsrichter Justus Zorn. Es kam zu einer Rudelbildung. Die Nerven waren spürbar angespannt. Am Ende musste sogar der Ordnungsdienst auflaufen, um zu schlichten.

Energie fühlte sich mehrmals benachteiligt. „Die Ecke, die zum ersten Tor führte, hätte es nicht geben dürfen. Kevin Weidlich wurde vorher klar gestoßen“, meinte Wollitz.

Zudem reklamierte der FCE die Dauer der Nachspielzeit in der hektischen Schlussphase nach dem 1:2-Anschlusstreffer durch Kevin Weidlich (89.). „Ich habe noch nie in meiner gesamten Karriere so einen arroganten Schiedsrichter gesehen. Aber ich will es nicht auf den Schiri schieben. Wir hatten die klar besseren Möglichkeiten. Wir müssen einfach Tore schießen. Und wir haben wieder sehr dumme Gegentore kassiert“, sagte Jürgen Gjasula.

Auch Trainer Claus-Dieter Wollitz übte Selbstkritik, nachdem er sich wieder einigermaßen beruhigt hatte: „Es wäre falsch, die Schuld beim Schiedsrichter zu suchen, auch wenn einige unglückliche Situationen dabei waren. Wenn du auswärts so viele Torchancen erspielst, musst du dir an die eigene Nase fassen.“

Auch in Zwickau besaß der FC Energie vor 5542 Zuschauern über weite Strecken spielerische Vorteile, konnte in der 2. Halbzeit aber vier Großchancen nicht nutzen.

Der Zwickauer Coach Joe Enochs zeigte übrigens Verständnis für den Wutausbruch seines Trainerkollegen. „Ich liebe diese Emotionen im Fußball. Das Plexiglas ist kein Problem“, erklärte Enochs.

Bildergalerie Fabio Viteritti (FC Energie Cottbus) re., Julius Reinhardt (FSV Zwickau) Mitte und Davy Frick (FSV Zwickau)