Kevin Rauhut ist eben ein Torhüter durch und durch. Auch beim Ausblick auf das nächste Spiel packte der Keeper von Energie Cottbus energisch zu. Im RUNDSCHAU-Video-Interview nach dem 0:0 bei der SpVgg Unterhaching nutzte  Rauhut die Gelegenheit und haute neben seiner Antwort auch gleich noch einen Aufruf an die Fans raus.

„Ich gehe davon aus, dass wir viele Leute mit nach Zwickau nehmen“, erklärte Rauhut vor dem Kellerduell in der 3. Fußball-Liga am Montagabend (19 Uhr) beim FSV Zwickau. „Deshalb rufe ich die Fans einfach mal auf: Wir brauchen jegliche Unterstützung. Wir wissen, dass wir uns auf euch verlassen können, gerade in der schweren Zeit. Wir versuchen, euch das alles auf dem Platz wiederzugeben. Lasst uns zusammen in Zwickau feiern!“

Kevin Rauhut ist auch auf dem Platz ein Mann für die klaren Ansagen. Der 29-jährige Torhüter war zwar lange Zeit die Nummer zwei hinter Avdo Spahic, aber auch schon in dieser Zeit hatte seine Meinung großes Gewicht innerhalb der Mannschaft. Von der Ersatzbank aus motivierte Rauhut seine Mitspieler und feuerte sie an.

Seit der Partie gegen 1860 München am 23. Februar darf der gebürtige Oberhausener nun auch auf dem Rasen mit ran. „Natürlich freue ich mich, auf dem Platz zu stehen. Dafür trainiert man als Sportler“, erklärt Rauhut ungeachtet des weiterhin guten Verhältnisses zu Spahic.

Seinen Job zwischen den Pfosten erledigt Rauhut mit Leidenschaft und Lautstärke. Er gehört zu den lautstärksten Keepern der 3. Liga und dirigiert von hinten heraus die Mannschaft. „Es ist momentan ganz wichtig, hinten Ruhe auszustrahlen. Ich habe den Auftrag, zu organisieren, weil ich ein lautes Organ und auch Erfahrung habe“, betont er.

Der Torhüter wechselte im Jan­uar 2018 von Nordhausen in die Lausitz. Sein lautes Organ ist längst eine Art Markenzeichen geworden. Auf dem Fußballplatz sei es ausgesprochen hilfreich, wenn man sehr laut sprechen kann, schmunzelt Rauhut. „Zu Hause kriege ich schon mal einen Rüffel von meiner Frau, wenn ich zu laut spreche, während unsere kleine Tochter schläft. Mein Opa war Bergmann. Er hatte schlechte Ohren und musste deshalb lauter sprechen. Vielleicht habe ich das ja von ihm.“

Genau wie sein Opa unter Tage müssen Kevin Rauhut und Energie Cottbus hart arbeiten, um nicht abzusteigen. Der Abstand auf die Nicht­abstiegsplätze beträgt zwar nur einen Punkt, aber es sind eben auch nur noch neun Partien zu absolvieren. Mit einem Sieg am Montagabend in Zwickau könnte der FCE mit den Gastgebern gleichziehen. Danach geht es gegen Fortuna Köln und Carl Zeiss Jena – ebenfalls direkte Konkurrenten um den Klassenerhalt.

„Wir haben jetzt drei Spiele vor uns, wo es wirklich drauf ankommt. Das sind drei Sechs-Punkte-Spiele“, blickt Rauhut voraus und ist nach den jüngsten Leistungen optimistisch: „Wir spielen jetzt viel besseren Fußball und treten selbstbewusster auf.“

Auch in Zwickau wird Kevin Rauhut nicht nur zupacken, sondern sein Team von hinten aus wieder lautstark unterstützen. Vom Opa gelernt ist eben gelernt.