Im heimischen Stadion der Freundschaft fühlt sich der FC Energie Cottbus derzeit einfach am wohlsten. Mit dem 3:1 (1:1) gegen Lok Leipzig feierte der FCE in dieser Saison bereits den vierten Sieg im vierten Heimspiel. Die Lausitzer wahrten damit den Anschluss zur Spitzengruppe in der Fußball-Regionalliga Nordost. In puncto Heimbilanz sind sie schon jetzt spitze in der Liga.
„Es konnte bei diesem Spiel nur einen Gewinner geben. Wir hatten in den gesamten 90 Minuten eine sehr hohe Intensität. Da konnte Lok meiner Meinung nach nicht mitgehen“, erklärte Kapitän Axel Borgmann. Vor allem in der 2. Halbzeit waren die Gastgeber das zielstrebigere Team und zeigten ihre spielerische Stärke.

Jubel bei Energie Cottbus

Der Jubel am Samstagnachmittag vor 5313 Zuschauern im Stadion der Freundschaft war entsprechend ausgelassen. Zumal es diesmal auch keinerlei Pyro-Aktivitäten im Cottbuser Fanblock gab. Auch dieser Fakt trug zur allgemeinen Zufriedenheit im FCE-Lager bei.
Energie Cottbus spielte mit viel Leidenschaft und behielt diese Linie diesmal auch im gesamten Spiel bei. Tobias Hasse hatte die Gastgeber in der 27. Minute in Führung geschossen. Nur fünf Minuten später traf allerdings Osman Atilgan zum 1:1-Ausgleich. Dass der FCE seine Führung so schnell aus der Hand gab, war einer der wenigen Kritikpunkte aus Sicht der Gastgeber an diesem Tag.
In Halbzeit zwei brachte Kapitän Axel Borgmann sein Team erneut in Führung (2:1/65.). Und der eingewechselte Ali Abu-Alfa machte dann in der Nachspielzeit mit dem 3:1 (94.) endgültig den Deckel auf den verdienten Heimsieg. „Wir haben uns trotz der Platzverhältnisse viele Chancen herausgespielt und sehr gut den Ball laufen lassen. Wir haben zu Recht gewonnen“, bilanzierte Mittelfeldchef Jonas Hofmann. Flügelflitzer Malcom Badu räumte allerdings auch ein, wie groß der Druck vor diesem Spiel war. „Ja, da war schon Druck. Hätten wir dieses Spiel nicht gewonnen, dann hätten wir den Anschluss nach oben verloren.“

Energie Cottbus mit Leidenschaft

So aber darf Energie Cottbus nach einem Viertel der Saison den Blick nach oben richten. Zumal dieser Sieg gegen Lok Leipzig ein wichtiger Wendepunkt in dieser Spielzeit werden könnte. Zum einen natürlich wegen der wichtigen drei Punkte in diesem Duell zweier ambitionierter Teams. Zum anderen aber auch wegen der Moral und der Leidenschaft, mit der die Mannschaft zu Werke ging. „Es war ein geiles Spiel. Wir haben als Team super gekämpft. Wir wollten jeden Zweikampf gewinnen“, fasste Arnel Kujovic die wichtigste Erkenntnis des Tages zusammen.
Dabei war es für Energie Cottbus ein Spiel zwischen Drama und Stärke. Denn bereits einen Tag vor der Partie gegen Lok Leipzig wurde der Teamgeist auf eine echte Bewährungsprobe gestellt. Beim Abschlusstraining verletzte sich Stürmer Tim Heike erneut am Knie und musste unter großen Schmerzen in die Notaufnahme gebracht werden. Bei Heike war zum wiederholten Male in dieser Saison das Wadenbeinköpfchen herausgesprungen. Trainer Claus-Dieter Wollitz berichtete von einem regelrechten Drama beim Abschlusstraining.
„Es herrschte Schockstarre“, erklärte Wollitz. „Verletzte Spieler gehören zwar zum Fußball dazu. Aber was mit Tim Heike passiert ist, das war sehr emotional. Alle Spieler standen drumherum. Ich bin danach noch zu ihm in die Notaufnahme gefahren, weil ich dieses Bild verdrängen wollte.“
Am Montag steht eine weitere Untersuchung an. Am Mittwoch könnte der Stürmer dann bereits operiert werden. Damit würde Tim Heike mindestens bis Jahresende ausfallen. Trainer Claus-Dieter sagte dem auch mental angeschlagenen Sommer-Neuzugang die umfassende Unterstützung des Clubs auf dem langen Weg der Genesung zu: „Wir werden ihn so begleiten, dass er wieder auf die Beine kommt. Alles Gute Tim Heike, wir alle sind bei dir.“

Drama um Tim Heike

Vor allem aber imponierte Wollitz nach eigenem Bekunden, wie die Mannschaft mit diesem menschlichen Drama im Abschlusstraining umging. Statt sich verunsichern zu lassen, lieferte sie gegen Lok Leipzig eine der besten Saisonleistungen ab. „Ich wusste nicht, was das mit uns als Mannschaft macht“, sagte Wollitz mit Blick auf die Verletzung von Heike. „Denn es hat die Mannschaft sehr mitgenommen. Umso mehr freue ich mich über die Disziplin und die Teamfähigkeit der Mannschaft. Sie hat gezeigt, dass sie einen Topcharakter besitzt.“
Damit dieser Sieg auch wirklich zum Wendepunkt werden kann, muss die Mannschaft diese spielerische und mentale Stärke jetzt allerdings auch auswärts zeigen. Am Freitagabend wartet das schwere Spiel bei Hertha BSC II auf den FCE. Bisher haben die Lausitzer auswärts erst zwei Punkte geholt und liegen mit dieser Bilanz in der unteren Hälfte der Nordost-Staffel. „Die Konkurrenz weiß, dass wir jeden Gegner schlagen können. Wir müssen jetzt so weitermachen wie gegen Lok. Wir sind auf jeden Fall auf dem richtigen Weg“, blickte Axel Borgmann voraus.
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