Von Jan Lehmann

Mit aller Macht will Energie Cottbus am Sonntag gegen den KFC Uerdingen (13 Uhr/RUNDSCHAU-Liveticker) auf die dringend benötigten drei Punkte drängen. Vor dem Auswärtsspiel, das im Duisburger Stadion stattfindet, forderte Trainer Claus-Dieter Wollitz am Freitag von seiner Mannschaft: „Wir müssen ganz klar erkennen lassen, dass wir dieses Spiel gewinnen wollen. Dafür benötigen wir das höchste Maß an Intensität.“

Im Angriff setzt Wollitz voll auf die Qualität von Routinier Dimitar Rangelov. Der 36-Jährige, der in dieser Saison bisher in 21 Spielen fünf Tore erzielt hat, soll für den gesperrten Angreifer Streli Mamba in vorderster Front agieren. Der Trainer betont, wie wertvoll der Bulgare für ihn sei: „,Mitko‘ ist ein erfahrener Spieler, er ist Cottbuser und spielt hier mit Herz und Dankbarkeit.“

Mit seiner Klasse sei der einstige Erstliga-Profi ein Akteur, der in den entscheidenden Situationen den Schalter sofort umlegen könne, so Wollitz. Er wünscht sich: „,Mitko‘ muss jetzt ­seine ganze Klasse, ­seine ganze Erfahrung, seine Körper­sprache für uns reinhauen.“

Rangelov, der am Freitag nach dem Training noch lange mit einigen Energie-Fans diskutierte, gibt aus Aberglauben vor Pflichtspielen keine Interviews. Das hat er bereits zu seinen Cottbuser Zeiten in der Bundesliga (2007 bis 2009) und in der 2. Liga (2011 bis 2012) gemacht.

Doch man muss ihm wohl ohnehin nicht die Frage stellen, welche Bedeutung der Abstiegskampf mit Cottbus für ihn hat. Der einst durchaus widerspenstige bulgarische Ex-Nationalspieler hat in den vergangenen Monaten auf und neben dem Platz gezeigt, wie wichtig ihm der FCE ist – und nicht nur dadurch, dass er sich stolz auf das Energie-Wappen auf der Brust klopfte. Rangelov gilt als wichtiger Ansprechpartner im Team und an guten Tagen als entscheidende Anspielstation. Nach der starken Leistung beim 3:2-Sieg in Halle blieb der 36-Jährige zuletzt aber auch eher wirkungslos und musste spürbar mit seinen Kräften haushalten.

Trainer Wollitz betont: „,Mitko hat viel Qualität, aber er benötigt seine Zulieferer.“ Wer die gegen Uerdingen sein werden, ist noch ungewiss. Fabio Viteritti quält sich mit Adduktorenproblemen, Marcelo musste ebenfalls mit dem Training aussetzen. Er hat einen Schlag auf den ohnehin schon lädierten Zeh bekommen. Fabian Holthaus fällt mit einer Schulterprellung aus.

Doch für Trainer Wollitz ist die taktische Aufstellung ohnehin nur eine Facette des eminent wichtigen Auswärtsspiels. Angesichts der dramatischen Konstellation im Dritt­liga-Keller ist für Energie fast alles denkbar: Mit einer Niederlage könnte der Rückstand auf die rettenden Plätze bis auf fünf Punkte anwachsen – das wäre bei noch zwei ausstehenden Spielen de facto der Abstieg. Andererseits könnte Energie bestenfalls mit einem Sieg sogar auf einen Nichtabstiegsplatz springen. Wollitz betont: „Es geht darum, jene ­Spieler aufzustellen, die mit dem Druck umgehen können.“ Bei Rangelov hat er da keinerlei Zweifel.