Der FC Energie Cottbus befindet sich wirtschaftlich weiter in einer ganz schwierigen Situation. Deshalb hat der Fußball-Regionalligist anlässlich des 55. Vereinsgeburtstages seine Fans um finanzielle Unterstützung gebeten. Die gespendeten Gelder sollen mithelfen, „eine neue Ära“ einzuleiten, schreibt der FCE auf seiner Internetseite. Der Verein stehe „am Scheideweg, an einer Schwelle, an der es gemeinschaftlich darum gehen wird, in welche Richtung sich der Fußball in der Lausitz entwickeln wird“. Ziel sei der Weg zurück in den Profifußball. „Dafür brauchen wir kurzfristig jeden und vor allem Geld!!!“
Das Geld kann in den nächsten zwei Wochen unter dem Stichwort „Spende Nachwuchs“ eingezahlt werden. Alle Details zur Spendenaktion gibt es im unter fc.energie.de im Internet.
Der FC Energie Cottbus wurde am 31. Januar 1966 gegründet und erlebt derzeit sowohl sportlich als auch wirtschaftlich eine seiner größten Krisen. Der neue FCE-Präsident Sebastian Lemke hatte bei seinem Amtsantritt im Dezember betont: „Wir befinden uns momentan in keinem Insolvenz-Tatbestand. Wir haben noch Zeit, wir haben noch Luft. Aber – sollte die 4. Liga wieder ohne Zuschauer spielen müssen, wird es gefährlich. Momentan sind wir ein Viertligist mit einem Kostenblock, der für einen Viertligisten schwer zu tragen ist.“
Wegen der Corona-Pandemie ruht derzeit der Spielbetrieb in der Regionalliga Nordost. Die Mannschaft von Trainer Dirk Lottner steht zwar seit Anfang der vergangenen Woche wieder auf dem Übungsplatz, befindet sich aber genau wie die Mitarbeiter des Vereins weiterhin in Kurzarbeit. Das Defizit seit März des vergangenen Jahres wird sich laut Lemke auf rund 1,5 Millionen Euro summieren.
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Cottbus

Wegen der angespannten Finanzsituation sowie des ruhenden Spielbetriebes hat der FCE auch auf Neuzugänge in der an diesem Montag auslaufenden Winter-Transferperiode verzichtet. „Ich sehe keine Notwendigkeit für Transfers im Winter. Das macht keinen Sinn“, sagt Trainer Dirk Lottner. Stattdessen dürfte es dann im Sommer einen großen Umbruch innerhalb des Kaders geben. Das Hauptaugenmerk bis dahin gilt laut Lottner dem Landespokal, wo sich der FCE den Einzug in die lukrative 1. Runde des DFB-Pokals sichern will.
Energie Cottbus liegt in der Regionalliga Nordost derzeit auf Tabellenplatz 8 und hat angesichts von 15 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Viktoria Berlin keine realistischen Chancen mehr auf den Aufstieg in die 3. Liga. Allerdings wurde trotzdem vorsorglich die Drittliga-Lizenz beantragt.
Der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) hatte in der vergangenen Woche beschlossen, dass zumindest die Hinrunde in der Regionalliga Nordost zu Ende gebracht werden soll. Über mögliche weitere Meisterschaftsspiele soll nach einer Online-Abstimmung der Vereine entschieden werden. Die zwischenzeitlich diskutierten K.o.-Spiele sind damit vom Tisch. Sie hätten dem FC Energie zumindest eine kleine Aufstiegshoffnung gelassen.
Personalien aus der Regionalliga Nordost: Kapitän Marcel Schlosser hat den VfB Auerbach kurz vor dem Ende der Wechselperiode verlassen. Der 33-Jährige schließt sich aus beruflichen Gründen dem Kreisligisten VfB Schöneck an. Der bisherige Co-Trainer Malik Fathi und Levent Selim bilden ab sofort das neue Trainerduo bei der U23 von Hertha BSC. Der bisherige Chefcoach Andreas Neuendorf wurde zum Co-Trainer des Bundesliga-Teams befördert. Dort hatte Pal Dardai in der vergangenen Woche die Nachfolge von Bruno Labbadia angetreten.