Das muss man erst einmal schaffen! Energie Cottbus kam ausgerechnet zum Spitzenspiel bei Wacker Nordhausen mit Verspätung an. Trotzdem legten die Lausitzer mit einer starken Startphase den Grundstein für den 2:1 (2:1)-Auswärtssieg am Sonntag in Nordhausen und halten in der Tabelle der Fußball-Regionalliga Nordost als Fünfter den Anschluss zur Spitzengruppe.

Trainer Claus-Dieter Wollitz war über die verspätete Anreise alles andere als glücklich. Letztlich traf der Mannschaftbus erst eine dreiviertel Stunde vor dem Anpfiff im Albert-Kuntz-Sportpark ein. Üblich ist, dass die Gästeteams 90 Minuten vorher da sind. „Ich hatte große Bedenken: raus aus dem Bus, nur eine kurze Erwärmung, dazu der tiefe Rasen. Aus meiner Sicht ist das keine professionelle Vorbereitung“, erklärte Wollitz.

Schuld an der Verspätung war vor allem die Irrfahrt durch Nordhausen. Weil es derzeit mehrere Sperrungen in der Innenstadt gibt, konnte der Bus nicht die ursprünglich vorgesehene Route fahren. „Wir sind in Nordhausen buchstäblich völlig unter die Räder gekommen“, räumte Wollitz ein. „Ich weiß nicht, ob man wegen der Sperrungen im Vorfeld einen Hinweis kriegen kann. Auf der anderen Seite können wir uns auch besser darauf vorbereiten. Aber ich habe der Mannschaft gesagt, sie soll das nicht als Alibi nehmen.“

Bereits in der 4. Minute traf Axel Borgmann zur Cottbuser Führung. Nach 19 Minuten erhöhte Felix Brügmann mit seinem achten Saisontor auf 2:0. Nach dem 1:2 von Felix Müller (45.) und der gelb-roten-Karte gegen Tobias Hasse (51.) musste Energie bis zum Schluss um den Dreier zittern. „Es war sicher keine optimale Anreise. Es ist ein weiter Weg nach Nordhausen, da kann unterwegs schon mal was passieren“, meinte Brügmann. „Wir wollen ja in den Profifußball. Dann können wir dann einen Tag vorher anreisen.“ Aus Kostengründen verzichtet der Verein derzeit auf eine Übernachtung vor den Spielen.

Vorerst muss sich der FCE weiter durch Regionalliga kämpfen und die fünf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Hertha BSC II verkürzen. Mit den rund 350 Kilometern nach Nordhausen hat die Mannschaft eine der längsten Auswärtsfahrten erfolgreich hinter sich gebracht.

Trainer Wollitz wünscht sich jedenfalls, dass es in Zukunft keine derartigen Verspätungen mehr gibt. Und, dass vielleicht doch die eine oder andere Übernachtung drin ist. Er erklärte: „Bis zu zwei oder zweieinhalb Stunden kann man in der Regionalliga sicher am Spieltag anreisen. Aber wenn man ambitioniert ist, dann muss man dafür sorgen, dass man zu einem Spiel wie in Nordhausen einen Tag früher anreisen kann. Wir müssen da in der Planung gemeinsam Lösungen finden.“

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