Mit so wenig Zustimmung für den Antrag des Saarländischen Fußballverbandes die 3. Fußball-Liga aufzustocken war nicht zu rechnen. Nur 18 Ja-Stimmen für den Vorstoß des Regionalligisten SV Elversberg, der die Veränderung der 3. Liga auf 36 Teams in zwei Staffeln vorgeschlagen hatte.
Bei 220 Nein-Stimmen und 15 Enthaltungen wurde der Antrag somit krachend abgelehnt – und damit platzte auch eine von zwei Aufstiegschancen von Energie Cottbus. Der Lausitzer Regionalligist hätte von der Aufstockung der 3. Liga profitiert und wäre aufgerückt.

Energie Cottbus ohne komplette Zustimmung im Nordosten

Mehr als 30 Vereine hatten dem Vernehmen nach den Vorschlag aus dem Saarland unterstützt, aus dem Bereich des Nordostdeutschen Fußballverbandes waren neben Energie Cottbus mit VSG Altglienicke, Lok Leipzig, Berliner AK, BFC Dynamo, Viktoria Berlin und SV Babelsberg namhafte Teams dabei.
FCE-Präsident Matthias Auth hatte noch am Sonntag von einem „Höchstmaß“ an Unterstützung gesprochen.  Am Montag erklärte er nun auf Rundschau-Nachfrage: „Aus unserer Sicht hat der Deutsche Fußball-Bund am Montag eine gute Möglichkeit mit Signalwirkung vergeben, in dem das Votum bezüglich einer zweigleisigen 3. Liga negativ ausfiel und der Antrag somit abgelehnt wurde. Der Verband scheint nicht bereit für Reformen und Anpassungen der Spielklassenstrukturen der Ligen unterhalb des DFL-Bereichs zu sein.“

FCE bedauert die Entscheidung des DFB

Auth drückte dabei sein Bedauern aus und verdeutlichte: „Das ist sehr schade. Wie sagt man so schön: Wo ein Wille ist, da wäre auch ein Weg. Für eine Nachwuchsförderung auf sehr hohem Niveau, wofür wir als FC Energie mit unserem Nachwuchsleistungszentrum ja auch stehen, hätte eine solche zweitgeteilte Liga sportlich einen enormen Wert. Das wird augenscheinlich beim DFB anders bewertet.“ Wie der Fußball-Landesverband Brandenburg (3 Stimmen) gestimmt hat, wurde am Montag während des laufenden Außerordentlichen Bundestags noch nicht bekannt. Doch schon im Nordosten gab es insgesamt keine komplette Zustimmung. Die Nordostdeutschen Landesverbände vereinen 20 Stimmen, dazu kommen noch zwei Stimmen für den NOFV. Der Saarländische Verband hat drei Stimmen.
Der DFB in Person von Vize-Präsident Rainer Koch sowie der Liga-Ausschuss der Drittligisten hatten sich vor der Abstimmung deutlich gegen diese Variante ausgesprochen.

Energie Cottbus: NOFV entscheidet über Aufstiegschance

Mit der Ablehnung der Aufstockung der 3. Liga bleibt es weiter dabei, dass nicht alle Meister der Regionalligen direkt aufsteigen können – sondern sich weiter durch das engste Nadelöhr des deutschen Fußballs quälen müssen.
Ob Energie Cottbus nun in diesem Spieljahr noch die Chance hat, an den Aufstiegsspielen zur 3. Liga gegen einen Vertreter der Regionalliga West teilzunehmen. entscheidet nun der NOFV. Energie hat beim Verband den Antrag darauf gestellt, den Meister in einem Vierer-Turnier mit VSG Altglienicke, Lok Leipzig, Hertha BSC II und eben Energie auszuspielen. FCE-Präsident Auth sagte: „Nun warten wir ab, wie der NOFV über unseren Antrag auf sportliche Beendigung der aktuellen Spielzeit in der Regionalliga entscheiden wird.“