Das wird ein extrem wichtiges Spiel für Energie Cottbus. Es wird aber auch ein besonderes Spiel. Der FCE muss am Samstag in der Heimpartie gegen den 1. FC Kaiserslautern (14 Uhr, LR-Liveticker) ohne Claus-Dieter Wollitz auskommen, weil der Cheftrainer mit einem Innenraumverbot belegt worden ist. Das bedeutet: Wollitz ist zwar dabei, aber nicht mittendrin – ­sondern oben auf der Tribüne. ­

Energie muss also gewissermaßen mit ohne Wollitz siegen, um die zwei Punkte auf die Nichtabstiegszone wettzumachen.  Die RUNDSCHAU erklärt, wie das Spiel ohne den Cheftrainer läuft.

Warum darf Claus-Dieter Wollitz nicht auf der Trainerbank sitzen?

Er wurde vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) aufgrund der Vorfälle beim Spiel am 25. März in Zwickau mit einem Innenraumverbot für ein Meisterschaftsspiel sowie einer Geldstrafe von 2000 Euro belegt. Der Vorwurf: „fortgesetztes unsportliches Verhalten“. Wollitz hatte sich nach dem Schlusspfiff bei Schiedsrichter Justus Zorn beschwert. Außerdem beschädigte der Coach eine Plexiglasscheibe.

Was darf Wollitz am Samstag und was darf er nicht?

Das Innenraum-Verbot beginnt jeweils eine halbe Stunde vor Spielbeginn und endet eine halbe Stunde nach Abpfiff. Der Trainer darf sich in dieser Zeit weder im Innenraum noch in den Umkleidekabinen aufhalten, heißt es in der DFB-Mitteilung. Im gesamten Zeitraum darf er mit seiner Mannschaft nicht in Kontakt treten. Wollitz wird um 12.45 Uhr noch die Mannschaftsbesprechung leiten. Dann muss er den Kabinentrakt verlassen.

Wo wird der Trainer während des Spiels sitzen?

Im Internet gibt es diverse Einladungen von FCE-Anhängern an den Trainer, die Partie vom Fanblock aus anzuschauen. Stattdessen wird Wollitz nach Informationen der RUNDSCHAU aber auf der Haupttribüne im Block C sitzen. Der Verein will jegliche Provokationen des DFB vermeiden, die man möglicherweise hineininterpretieren könnte, wenn der Trainer in den Fanblock geht.

Wer trägt die Verantwortung auf der Trainerbank?

Die Co-Trainer Frank Eulberg und René Renno stehen diesmal ganz besonders im Rampenlicht. Eulberg kam vor drei Jahren gemeinsam mit Wollitz nach Cottbus, Ex-Torwart Renno verstärkt seit Juli 2018 den Trainerstab. Die Interviews rund um das Spiel gibt Eulberg. Zudem soll Sebastian Abt mithelfen, das Fehlen von Wollitz zu kompensieren. Er war bis vor einem Jahr als Co-Trainer ebenfalls nah dran am Team, ist inzwischen für die U19 verantwortlich. Abt wird entweder auf der Bank oder der Pressetribüne sitzen.

Wie sieht Wollitz mit etwas Abstand die Pressekonferenz?

In der bemerkenswerten Pressekonferenz am Donnerstag hatte der Coach einen tiefen Einblick in seine Gefühlswelt gegeben und die Sperre kritisiert („Ich fühle mich wie ein Schwerbrecher“). Nach eigenem Bekunden  hätte er lieber eine höhere Strafe gezahlt, um gegen Kaisers­lautern auf der Bank sitzen zu können.  Zudem wandte sich Wollitz mit emotionalen Worten auch gegen das negative Image von Cottbus. Dass er bei der Choreografie der Fans von Carl Zeiss Jena am vergangenen Samstag („Cottbus not welcome“) selbst in die rechte Ecke gestellt worden ist, dürfte dabei ebenfalls eine Rolle gespielt haben. Eine der von Jenaer Fans hochgehaltenen Pappfiguren trug deutlich sichtbar ein Tatoo „Pele“ auf dem Unterschenkel.

Der RUNDSCHAU sagte Wollitz am Freitag mit Blick auf die vielbeachtete Pressekonferenz: „An meiner Meinung hat sich nichts geändert. Aber im Rückblick würde ich manche Dinge jetzt differenzierter erklären, damit es nicht zu ­falschen Interpretationen kommt.“

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