Es war kein spektakulärer Auftritt von Sebastian Schuppan. Eine wichtige Rettungsaktion gegen den einschussbereiten Jürgen Gjasula (19.) und ein Kopfball aus fünf Metern Richtung Nordwand (22.) sind die Arbeitsnachweise, die vom Samstagnachmittag in Erinnerung bleiben.

Trotzdem war es auch diesmal wieder eine emotionale Angelegenheit für den gebürtigen Lausitzer. Zum achten Mal kreuzte der 32-Jährige die Klingen mit seinem Ex-Verein, bei dem er 2004 sein Profidebüt feierte – zum vierten Mal als Gegner im Stadion der Freundschaft. „Es war wunderbar, wieder zurückzukommen. Ich habe mich im Bus extra vorne hingesetzt, als wir am Ortseingangsschild angekommen sind. Ich habe alles aufgesaugt, auch die Hymne vor dem Spiel“, sagte der Würzburger Kapitän nach der Partie. „Ich komme immer gerne wieder und hoffe, dass Energie die nötigen Punkte holt, um die Klasse zu halten.“

Mit solchen Sorgen muss sich Sebastian Schuppan in Würzburg derzeit nicht beschäftigen. Nach nunmehr drei Siegen in Serie weisen die Kickers ein Neun-Punkte-Polster auf die Abstiegszone auf.

„Wir hatten auch etwas Glück. Wenn Mamba seine Chance nutzt, stehen wir blöd da, und Energie ist der gefühlte Sieger. Aber so eine Situation musst du dann auch mal überstehen, und so fühlt sich der Sieg noch etwas ­süßer an.“ Genauso dürfte ihm auch die Kaltschnäuzigkeit seiner Kollegen geschmeckt haben. Schuppan: „Wir sind jetzt soweit, dass wir nicht mehr so viele Chancen brauchen. Das ist die große Änderung in unserem Spiel.“

Das war an diesem Tag auch der einzige, aber entscheidende ­Unterschied zum FC Energie.

Bildergalerie Cheftrainer Claus-Dieter (Pele) Wollitz (Energie Cottbus)