• Sie sind eine Demütigung für den Verein, der seit Samstag endgültig vor dem Absturz in die Regionalliga steht. Ausgerechnet im Jahr seines 50. Geburtstages droht dem FC Energie ein Scherbenhaufen, dessen ganzes Ausmaß jetzt noch nicht zu überblicken ist.

• Eine Demütigung für die Vereinsführung und die sportliche Leitung in dieser Saison. Sie hat mit vier Millionen Euro einen vergleichsweise opulenten Etat in diese Mannschaft investiert, zahlreiche Rettungsmaßnahmen probiert und mit Claus-Dieter Wollitz in der vergangenen Woche auch noch einen neuen Trainer verpflichtet. Das Ergebnis ist Tabellenplatz 19.

"In Fußball-Deutschland wird man darüber wahlweise schadenfroh lächeln, ratlos den Kopf schütteln oder auch hemmungslos weinen."

• Die Niederlage ist auch eine Demütigung für Wollitz, der für neue Aufbruchsstimmung sorgen wollte. Am Samstag musste er erkennen, dass es verdammt schwer wird, die Fehler der vergangenen Wochen und Monate auf der Zielgeraden zu korrigieren.

• Eine Demütigung für die Fans, die einen Tag vor dem Spiel zum Abschlusstraining gekommen waren, um der Mannschaft den Rücken zu stärken. Auch am Samstag standen sie zunächst hinter dem Team. Mit jedem Gegentor wich die lautstarke Unterstützung jedoch einer gespenstischen Stille im Stadion der Freundschaft.

• Vor allem aber ist dieses 0:5 eine Demütigung für die Mannschaft! Sie hatte in dieser Saison schon drei verschiedene Trainer - und findet trotzdem nicht in die Erfolgsspur. Sicher, kein Profi verliert bewusst oder gar vorsätzlich. Und kein Mensch lässt sich gern demütigen. Trotzdem wirft dieses 0:5-Debakel Fragen auf. Ist es eine Frage der Qualität? Eine Frage des Charakters? Die Antwort muss jeder Spieler für sich selbst finden.

Machen wir uns nichts vor: Die verbleibende Hoffnung, dass Energie Cottbus in den verbleibenden vier Partien doch noch den Klassenerhalt schafft, resultiert vor allem aus der theoretischen Machbarkeit beim Blick auf die zwei Punkte Rückstand aus der Tabelle. Ob man der Mannschaft die praktische Umsetzung noch zutraut, ist eine ganz andere Sache.

Energie mit peinlicher 0:5-Pleite beim Wollitz-Debüt