Vom Eise befreit sind Rasen und Ränge, durch des Frühlings holden belebenden Blick – und am Sonntag um 14 Uhr ist doch die allerbeste Fußballzeit? Nein, nicht am Ostersonntag!

Auch als Atheist darf ich hier mal ohnmächtige Schauer körnigen Eises in Richtung des Verbandes senden und sagen, dass das eine absolut unchristliche Anstoßzeit ist. Es gibt keinen vernünftigen Grund, warum nicht nur die Fußball-Profis und deren Betreuerstäbe, sondern auch die Angestellten im Stadion, die Polizisten zur Absicherung des Spiels und natürlich nicht zuletzt die Fans ausgerechnet diesen Tag in einem Fußballstadion verbringen müssen.

Die Überkommerzialisierung dieses Volkssports kennt keine Grenzen. Der DFB und der übertragende Sender MagentaSport erkennen nicht, wann einfach mal genug ist. Am Sonntag gilt für mich: Nur beim Familienfest grünet Hoffnungsglück – und nicht in irgendeinem Abstiegskampf.

Und deshalb werde ich auch mit reichlich österlichem Mitgefühl den RUNDSCHAU-Liveticker von meinem Kollegen Frank Noack lesen. Denn die mehr als 500 Kilometer lange Dienstreise ins so verdammt weit entfernte Lotte ist am Sonntag für ihn alles andere als ein entspannter Osterspaziergang.