Es gehört zugegebenermaßen schon ein wenig Phantasie dazu, Energie Cottbus in diesen Tagen mit dem Aufstieg in die 3. Liga in Verbindung zu bringen. Immerhin liegt der FCE vor dem 10. Spieltag der Regionalliga Nordost sieben Punkte hinter Tabellenführer Hertha BSC II.

Und dennoch schaut man natürlich auch in der Lausitz sehr genau auf die neue Aufstiegsregelung, die am Freitagnachmittag durch den DFB-Bundestag in Frankfurt/Main abgesegnet worden ist.

Die alte ist quasi auch die neue Aufstiegsregelung. Denn auch in Zukunft steigen nicht alle Regionalliga-Meister direkt auf. Ab der Saison 2020/21 dürfen zwar der Westen und der Südwesten direkt hoch. Die Staffeln Bayern, Nord und Nordost stellen zwei weitere Aufsteiger. Es darf jedoch immer nur einer der drei Meister direkt hoch. Dieses Recht wechselt Jahr für Jahr.

Gerecht ist das natürlich nicht, sondern der Preis dafür, dass der Nordosten als eigenständige ­Staffel erhalten bleibt. Das ist zwar schön für die kleinen Vereine wie Meuselwitz, Rathenow oder Auerbach. Weil sie sich die höheren Reisekosten nicht leisten können, die mit einer Reduzierung auf nur noch vier Staffeln zwangsläufig verbunden wären.

Für Clubs wie Energie Cottbus bleibt diese Aufstiegsregelung dagegen ein Ärgernis. Denn es wird auch weiterhin Meister geben, die trotz einer starken Saison letztlich nicht aufsteigen dürfen. Brisant ist die Regelung auch deshalb, weil ein ungesundes Wettrüsten der ambitionierten Clubs in jenen Spieljahren vorprogrammiert ist, in denen es einen direkten Aufsteiger gibt. So mancher dürfte sich dabei in der ohnehin finanzschwachen 4. Liga übernehmen.

Es bleibt dabei: Meister müssen aufsteigen! Dass der deutsche Fußball hier seit Jahren vergeblich an einer Lösung bastelt, ist ein Armutszeugnis.