Es sind aufregende Zeiten für den FC Energie: Seit dem Jubiläumsspiel gegen Fortuna Köln und dem Festakt im Staatstheater steht der Puls des FCE fast ausnahmslos auf 180 - und ausgerechnet jetzt gibt es das direkte Duell im Abstiegskampf mit den Stuttgarter Kickers. Trainer Vasile Miriuta sagt: "Es gibt keine Alternative zum Heimsieg."

Für Energie geht es im Sechs-Punkte-Spiel sogar um einen siebten Zusatzpunkt - nämlich den Schulterschluss mit den Zuschauern. Zuletzt waren dort einige Risse zu verzeichnen. Und das nicht nur, weil Energie in dieser Saison erst zwei Siege im Stadion der Freundschaft feiern konnte und damit in der Heimtabelle Schlusslicht ist. Auch die Vorkommnisse rund um das Spiel gegen Köln sorgten für kontroverse Diskussionen innerhalb der Anhängerschaft. Der Verein zog am Freitag die Konsequenzen aus dem gefährlichen Pyro-Vorfall. Das Verbot jeglicher Choreografien ist eine Zerreißprobe, weil sie im harten Kern der Fanszzene für neuerlichen Unmut sorgen dürfte.

Sportlich beschäftigte die Anhänger zudem die Torwartfrage, die aus der schweren Schulter-Verletzung von Keeper René Renno entstanden ist. Nicht wenige zeigten sich unzufrieden, als Trainer Miriuta sich gegenüber der RUNDSCHAU schon unter der Woche für einen Einsatz des in der Lausitz nicht gerade geliebten Daniel Lück ausgesprochen hatte. Eigentlich galt Jung-Profi Avdo Spahic als Favorit der Fans, bei einer RUNDSCHAU-Umfrage hatten mehr als 60 Prozent der Teilnehmer für einen Einsatz des Bosniers gestimmt.

Doch nun soll Lück mithelfen, dass Energie gegen die Kickers einen wichtigen Schritt aus der Abstiegszone machen kann. Miriuta betont: "Mit einem Sieg könnten wir etwas Luft holen." Der Blick auf die Drittliga-Tabelle ist dabei verlockend: Auf Rang acht hat Cottbus nur drei Zähler Rückstand - und dabei noch das ausgefallene Spiel gegen Chemnitz in der Hinterhand.

Doch solche Rechnungen sind gefährlich. Miriuta weiß, dass Energie gerade in Heimspielen Nachholbedarf hat. "Wir haben auswärts oft besser gespielt", betont der Coach und hofft, dass seine Profis eine ähnliche Leistung wie zuletzt beim schwer erkämpften 0:0 in Osnabrück abliefern. Er schwärmt: "Das ist meine Mannschaft, dieses Herz und diese Leidenschaft will ich sehen." Ein Kampfspiel wie in Osnabrück? Das klingt verheißungsvoll - aber eines ist damit auch klar: Der Puls bleibt auf 180.