Am Ende stand für den FC Energie Cottbus zumindest das Wichtigste auf der Habenseite: der Einzug in das Viertelfinale des Brandenburger Fußball-Landes­pokals. Mit dem schwer erkämpften 2:1 (2:1)-Erfolg beim Sechstligisten RSV Eintracht gewann der FCE die 21. Partie in Serie in diesem Wettbewerb und peilt den mittlerweile vierten Pokalsieg seit 2016 an.

Trotzdem war Trainer Claus-­Dieter Wollitz alles andere als zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft am Samstagnachmittag vor 1325 Zuschauern in Stahnsdorf. Er sprach nach dem Schlusspfiff von einem „glücklichen Sieg“ des Favoriten  im Duell mit dem Außenseiter aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark. „Am Ende zählt das Weiterkommen. Mit der Einstellung und der Art und Weise, wie wir Fußball gespielt haben, bin ich jedoch nicht einverstanden“, kritisierte Wollitz. „Uns war klar: Wenn wir nicht seriös, professionell und verantwortungsvoll spielen, wird es noch schwieriger als es ohnehin schon ist. Und das haben wir nicht gemacht.“

Dabei sah es zunächst nach einer klaren Angelegenheit für den FC Energie aus. Niklas Geisler schoss die Gäste bereits nach fünf Minuten in Führung. Beim Ausgleichstreffer durch Levi Böttcher in der 19. Minute sah dann die Cottbuser Defensive ganz schlecht aus. Auch nach dem 2:1 von Kapitän Dimitar Rangelov (36.) zog keine Sicherheit in die Aktionen des FCE ein.

Weil dem Favoriten in der 2. Halbzeit keine weiteren Treffer gelangen, blieb die Partie bis zum Ende spannend. Der RSV Eintracht – als Aufsteiger immerhin Tabellenführer in der Brandenburgliga – hatte mehrmals den Ausgleich vor Augen. „Kompliment an meine Mannschaft. Mit etwas Glück kommen wir in die Verlängerung. Dann ist es nochmal ein ganz anderes Spiel. Die Mannschaft hat alles reingehauen und Cottbus das Leben so schwer wie möglich gemacht“, ­lobte TSV-Trainer Patrick Hinze.

Übrigens: Hinze hat früher gemeinsam mit FCE-Abwehrchef Robert Müller bei Hertha BSC gespielt. 2003 gewannen beide die B-Jugendmeisterschaft im Trikot des Hauptstadt-Clubs. Im Hertha-Team standen Spieler wie Ashkan Dejagah, Kevin-Prince Boateng und Patrick Ebert.

Dabei ging Energie Cottbus in Stahnsdorf wie von Trainer Claus-Dieter Wollitz im Vorfeld angekündigt nahezu mit der stärksten Elf in dieses Pokal-Achtelfinale. Es fehlten lediglich der leicht angeschlagene Niclas Erlbeck und Tobias Eisenhuth. Der Youngster weilt noch bis Dienstag beim U19-Perspektivlehrgang des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Krefeld.

Aber beide Spieler, die  in den vergangenen Wochen gemeinsam in der Mittelfeld-Zentrale die FCE-Aktionen dirigiert hatten, ­wurden selbst gegen einen Sechstligisten wie den RSV Eintracht schmerzlich vermisst. „Für unser Spiel ist die Sechserposition eine elementar wichtige Baustelle. Da waren wir nicht gut. Durch den Fehler vor dem 1:1 hat die Mannschaft ihre Stabilität ver­loren“, bemängelte Trainer Claus-Dieter Wollitz. Sein ernüchterndes Spiel­fazit: „Mit der ­Hektik, die dann eingezogen ist, bin ich definitiv nicht zufrieden. Wenn man zwei Klassen höher spielt, kann man schon eine bessere Grundordnung und ein ­besseres Passspiel erwarten.“