Lächelnd nahm er vor den zahlreichen Journalisten Platz, winkte vom Podium alten Bekannten zu und beantwortete bereitwillig jede Menge Fragen.

Der Trainer-Ruheständler war dem Bochumer Hilferuf ohne Zögern gefolgt und will den taumelnden Club vor dem Absturz in die 3. Liga und dem damit wohl verbundenen wirtschaftlichen Kollaps bewahren. "Als ich kontaktiert wurde, war mir schon beim 'Guten Tag' klar, dass ich unbedingt wieder zurück will", so Neururer.

Zweieinhalb Jahre nach seiner letzten Trainer-Station beim MSV Duisburg freut sich der Fußball-Lehrer auf die kommende Aufgabe. Auch wenn ihm bewusst ist, dass es keine einfache ist. "Das ist die schwierigste Aufgabe, die ich je im Profifußball hatte." Doch seine Vorgabe ist klar: "Ab sofort werden wir hier weniger reden, was mir in Bezug auf das Reden schwer fällt, sondern hart arbeiten." Sechs Spieltage hat er Zeit, der Auftakt steigt am Sonntag beim FC Energie Cottbus.

Drei Tage nach dem desaströsen 0:3 im Heimspiel gegen Erzgebirge Aue und dem Absturz auf Tabellenplatz 16 reagierte Bochum am Montag und entließ Coach Karsten Neitzel sowie Sportvorstand Jens Todt. "Wir sind absolut überzeugt, dass wir mit Peter Neururer den Klassenerhalt schaffen, der für den Verein von zentraler Bedeutung ist", sagte VfL-Aufsichtsratschef Hans-Peter Villis.

Neururer ist nach Andreas Bergmann und Neitzel schon der dritte VfL-Trainer in der laufenden Saison. Neben Neitzel musste auch Todt seinen Posten als Sportvorstand räumen, den er erst im Sommer 2011 übernommen hatte. Der sich beschleunigende Absturz nach vier Niederlagen in Serie veranlasste den Verein zum Handeln.

Trotz eines im Juni vergangenen Jahres beim Golfspielen erlittenen Herzinfarkts fühlt sich Neururer für die schwierige Retter-Mission gerüstet. "Ich bin fitter denn je", sagte er.

Der Mann mit dem markanten Schnauzbart hatte zuletzt als TV-Experte für Sport 1 gearbeitet und stets betont: "Es gibt nur drei Vereine, für die ich nochmal arbeiten würde: Schalke, der FC Köln und der VfL."