(swr) Man könnte meinen, es handele sich gar nicht um ein Viertliga-Spiel. So groß ist die Aufmerksamkeit rund um das Brandenburg-Derby zwischen Energie Cottbus und dem SV Babelsberg. Doch die Kameras richten sich nicht nur aus sportlichem Interesse auf das Karl-Liebknecht-Stadion. Vielmehr befürchten viele auch erneute Ausschreitungen wie bei den letzten Aufeinandertreffen beider Vereine.

Nach Informationen der „Potsdamer Neueste Nachrichten“ werden 1000 bis 1500 Fans aus Cottbus erwartet. Heiko Schmidt von der Polizeidirektion West sagte der Zeitung: „Es ist nicht auszuschließen, dass gewaltbereite Fans beider Fanlager das Spiel besuchen werden.“ Im April 2017 war es schon einmal zu skandalösen Vorkommnissen mit Hitlergrüßen im Energie-Block gekommen. Im Mai 2018 beim Landespokalfinale wurde dann die Siegerehrung für Energie mit Babelsberger Pyro-Attacken gecrasht.

Babelsberg und Energie Cottbus appellieren an Fans

Droht nun eine Wiederholung derartiger Randalen? Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz sagt: „Beide Vereine tun gut daran, Druck rauszunehmen. Mit der Presse­mitteilung ist das geschehen.“ In der Verlautbarung, die beide Klubs gemeinsam verfassten, heißt es: „Das Karl-Liebknecht-Stadion soll Bühne für ein spannendes Fußballspiel und für friedlichen Fan-Support sein. Beide Vereine appellieren an ihre Fans, für einen würdigen Rahmen für das Brandenburg-Derby zu sorgen und sich von jeglicher Form von Gewalt zu distanzieren. Beide Klubs fordern ihre Anhänger auf, in ihren Fankurven keinen Platz zu bieten für Anfeindungen, Hetze, Diskriminierungen und Provokationen.“

Wollitz ergänzt: „Unsere Fans haben sich beim Pokalfinale 2018 fantastisch verhalten. Und ich glaube, dass sie wissen, dass am Sonntag ganz Deutschland hinguckt. Und gerade dann kann man sich von der besten Seite zeigen.“

Das Wort zum Spieltag Es lebe die Vernunft!

Cottbus