Von Jan Lehmann und Frank Noack

Die Ausgangslage ist klar – und schwierig: Energie Cottbus benötigt an diesem Samstag im letzten Saisonspiel bei Eintracht Braunschweig (13.30 Uhr/RUNDSCHAU-Liveticker) unbedingt ­einen Sieg, um den Klassenerhalt in der 3. Liga klar zu machen und nicht auf die Ergebnisse der Konkurrenz hoffen zu ­müssen. FCE-Profi Felix Geisler sieht darin keinen Nachteil: „Vielleicht ist es besser, dass man gewinnen muss. Es ist wichtig, im Hinterkopf zu haben: Wir ­müssen bis zum Schluss alles geben.“

Tatsächlich könnte es auf die Schlussphase dieses Nervenspiels ankommen. Trainer Claus-Dieter Wollitz setzt deshalb mehr denn je auf seine Einwechselspieler: „Wir hatten in den vergangenen beiden Spielen sehr, sehr gute Impuls­spieler. Keiner würde sich trauen, den Torjäger auf die Bank zu ­setzen – ich mache das! Für die Mannschaft, für den Club, um noch einmal nachladen zu können.“

Der Coach hatte beim 2:1-Heimsieg gegen Aalen Torjäger Streli Mamba  erst in der 55. Minute eingewechselt – in einer Phase, als das Team mächtig wackelte. Der Angreifer, der in dieser Saison bereits elf Tore erzielt hat, gab mit seinen explosiven Antritten der Partie eine andere Richtung: Plötzlich hatte Aalen in der Abwehr Probleme. Energie konnte sich befreien und das Spiel am Ende gewinnen.

Auf einen ähnlichen Spielverlauf hofft Wollitz auch in Braunschweig. Der Eintracht reicht schon ein Unentschieden für den Klassenerhalt. Gut vorstellbar, dass die Gastgeber ab einer gewissen Phase des Spiels vor allem die Defensive verstärken, um zumindest einen Punkt über die Zeit zu retten. Der FCE benötigt dann womöglich noch einmal neuen Schwung von der Bank.

Doch wer gibt diesen entscheidenden Energie-Impuls? Wieder Streli Mamba, der sein letztes Drittliga-Spiel im Energie-Trikot bestreiten wird? Der Trainer hat jedoch auch andere Spieler im Blick. Er sagt: „Streli Mamba hat vergangene ­Woche einen Impuls gegeben, der war fantastisch. Luke Hemmerich war fantastisch. Eine Woche zuvor kam der Impuls durch Da­niel Bohl von der Bank."

Neun Jokertore hat Energie in dieser Saison bereits erzielt. Streli Mamba und Dimitar Rangelov ­trafen je zweimal, Kevin Scheidhauer und Lasse Schlüter je einmal. Jokerkönig beim FCE ist derweil Felix Geisler, der bereits drei Tore nach Einwechslungen erzielt hat. Nach seiner Oberschenkelverletzung ist der 22-jährige Vetschauer wieder fit, wird aber wohl vorerst auf der Ersatzbank Platz nehmen.

Vielleicht nimmt er ja dennoch die entscheidende Rolle ein, die sich Trainer Wollitz schon vor zwei Monaten von ihm erhofft hatte. Vor dem Heimspiel gegen den ewigen Rivalen Karlsruher SC hatte sich der Coach gewünscht: „Es kann gern wieder 5:5 ausgehen, wenn Felix Geisler als echter Lausitzer das letzte Tor schießt und der Punkt dann auch zum Klassenerhalt reicht.“ Der Youngster traf damals aber nicht, Energie verlor. Und ein 5:5 würde den Cottbusern wohl am Samstag ohnehin nicht ­reichen. Ein Siegtor von Felix Geisler indes wäre genau der richtige Impuls für eine ­große ­Klassenerhalts-Party in der Lausitz.