Michael Wahlich, warum hat sich der FCE so schnell gegen den möglichen Großsponsor entschieden?
Wahlich: Es ist ganz schnell über uns gekommen und genauso schnell wollen wir das Thema beenden, weil es keinen sachlichen, seriösen Hintergrund dazu gibt. Wir haben alles abgewogen und sind zur Erkenntnis gekommen: Ein Ende mit Schrecken ist besser als ein Schrecken ohne Ende. Wir wollen uns wieder auf die wesentlichen Dinge konzentrieren.

Woran haben Sie bei dem Neutrino-Angebot konkret gezweifelt?
Wahlich: Der allererste Zweifel kam auf, weil es dermaßen schnell in die Medien gegangen ist, dass wir gar keine Kontrolle darüber hatten. Dann fängt man natürlich auch an, zu recherchieren. Und wenn jemand Millionen anbietet, muss er ja auch schlüssig erklären können, wo die herkommen. Diese Frage ist unserer Meinung nach nicht so beantwortet worden, dass wir in Ruhe diesen Weg weiter beschreiten könnten.

Wie weh tut es, den Traum vom Millionen-Sponsor so schnell beenden zu müssen?
Wahlich: Es war ein sehr schöner Traum, das gebe ich zu. Auf der anderen Seite hat er aber auch gezeigt, was da noch dahinter steckt: Es meldeten sich sofort Spielerberater bei uns, die nachverhandeln wollten. Und es haben auch Sponsoren in der Geschäftsstelle angerufen, die gesagt haben: ,Dann braucht ihr ja unser Geld nicht mehr.' Das waren für uns natürlich große Achtungszeichen. Wenn alles schiefgeht, hat man dann doppelt verloren. Insofern war es ein schöner Moment, in dem der Puls mal hochgeht. Aber dann kommen die Seriosität und Bodenhaftung zurück. Das Vereinswohl ist wichtiger als jede Traumtänzerei.

Mit Michael Wahlich

sprach Jan Lehmann