Das mutmaßlich entführte Mädchen Maria in Griechenland wird nicht in der Vermisstenkartei der internationalen Polizeibehörde Interpol geführt. Dies berichteten Medien des Landes am Dienstag unter Berufung auf Polizeiquellen. Demnach beantwortete die Interpol-Zentrale im französischen Lyon eine Anfrage der griechischen Polizei negativ. Die von den Behörden eingesandten DNA-Proben stimmten nicht mit dem Erbgut vermisster Personen überein, das Interpol vorliegt.

Indes machen sich viele Eltern vermisster Kinder in Europa Hoffnung, die etwa Fünfjährige könnte ihre Tochter sein. So haben sich Behörden und Eltern aus mehreren Ländern und auch aus Griechenland mit DNA-Proben an die Behörden in Athen gewandt.

Das kleine blonde Mädchen war am vergangenen Donnerstag in einer Roma-Siedlung entdeckt worden. Das Paar, bei dem die Kleine lebte, sitzt seit Montag wegen des Verdachts auf Kindesentführung in Untersuchungshaft. Vor dem Haftrichter sagten die 40-Jährige und der 39-Jährige laut Berichten aus, ein Paar aus Bulgarien habe ihnen das Kind anvertraut, weil es das Mädchen nicht großziehen konnte.

Einen möglichen Zusammenhang mit Bulgarien will nach Medieninformationen auch die griechische Polizei nicht ausschließen. Demnach könnte das Mädchen den Roma in die Hände gefallen sein, als in Bulgarien ein Ring von Kriminellen ausgehoben wurde, der von 2008 bis 2010 illegale Adoptionen vermittelte.

Bei der Kinderschutzorganisation "Das Lächeln des Kindes", die Maria jetzt betreut, laufen indes die Drähte heiß: "Wir hatten seit Freitag mehr als 8000 Anrufe und E-Mails, und unsere Website wurde bestimmt über 250 000 -mal besucht", sagte eine Sprecherin der Organisation.