Der zuständige portugiesische Richter habe es jetzt abgelehnt, Kate und Gerry McCann (beide 39) für weitere Vernehmungen zurück nach Portugal zu beordern, berichtete die britische Presseagentur PA gestern. Es würde genügen, wenn noch offene Fragen durch die britische Polizei gestellt werden, habe Richter Pedro Daniel dos Anjos Frias erklärt, meldete PA unter Berufung auf portugiesische Medien.
Unterdessen beteuerten die Eltern von Madeleine, sie glaubten "weiter fest daran, dass ihre Tochter am Leben ist". Die portugiesische Polizei müsse sich erneut darauf konzentrieren, das Kind zu suchen, forderten Kate und Gerry McCann über ihren neuen Sprecher Clarence Mitchell.
Die Eltern Madeleines seien ebenfalls "unschuldige Opfer eines gemeinen Verbrechens", sagte Mitchell im Beisein des Ärzteehepaares vor deren Haus in der mittelenglischen Ortschaft Rothley. "Die McCanns sind gern bereit, mit der portugiesischen Polizei zu kooperieren", betonte er.
Mitchell war früher Korrespondent des Senders BBC und zuletzt Direktor des Medienbüros der britischen Regierung. Er habe für die Funktion als Sprecher von Madeleines Eltern sein Regierungsamt aufgegeben, um eventuelle Interessenkonflikte zu vermeiden, teilte der Journalist mit.
Er selbst sei von der Unschuld der McCanns völlig überzeugt, sagte Mitchell. Dass sie in den letzten Wochen in Medienberichten für den angeblichen Tod der Tochter verantwortlich gemacht wurden, sei "irrsinnig". Für alle Verdachtsmomente gegen die McCanns, auf die Ermittler bei ihren Recherchen gestoßen seien, gebe es "höchst unschuldige Erklärungen". (dpa/uf)